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zählet keine Phrasen macht, beweist, daß dir Prosa, die Spracheder Vernunft, viel entwickelter war als die Poesie, die Domäneder Schöngeister.
Spanische Literatur.
In Spanien wandten sich gleichfalls die ernster« denkendenGeister der Prosa zu. Don Juan Manuel (1282—1347) —aus königlichem Gcbliite von Casttlien und Leon, Neffe Alphousdes Weisen — einer der unruhigsten und gefährlichsten spani.schen Großen seiner Zeit, Regent während der Minderjährigkeitseines Großneffen Alphon s XI, von diesem später mit Mißtrauenangesehen und zu bewaffnetem Widerstände schreitend, aber wie.der zur Lehnstrcue zurückkehrend, als der König sich dazu ver.stand, mit seiner Tochter sich zu vermählen und ihn zum Statt.Halter der an die Mauren gränzenden Provinzen, sowie zumOberbefehlshaber im Maurenkriege zu machen, den er siegreichführte — schrieb u. A. „den Graf Lucanor". Die spanische Dich.tung ist in Mitte von Unruhen und Gefahren aufgetaucht unddieses Werk zeigt, daß auch die dichterische Prosa Spaniens ausdem nämlichen Boden und unter ähnlichen Umständen aufgesproßtist*). eonäe I-uennor" besteht aus einer Sammlung von
*) Man weiß, daß er zwölf Werke verfaßt hat, und er war so besorgt umihr Schicksal, daß er sie in einem großen Band genau abschreiben ließ,und diesen einem Kloster vermachte, welches er auf seinen Gütern inPennaficl als Begräbnißort für sich und seine Nachkommen gestiftethatte. Es ist nicht bekannt, wie viele von diesen Werken noch vorhan-den sind, gedruckt ist allein »KI oonäo l-ueanoo^. Die unvollständigeHandschrift in Madrid fängt mit einer Aufzählung der Gründe an, wes-halb er seine Werke habe abschreiben lassen, welche Gründe er durchnachfolgende, sein Zeitalter — und auch seine Schreibart — recht be-zeichnende Geschichte erläutert: „Zur Zeit König ZakobS 1 von Majorkalebte ein Ritter aus Perpignan, gleichzeitig ein großer Troubadour, dertreffliche Lieder wunderschön machte. Eins aber, das er gemacht hatte,war besser, als alle übrigen, und überdies wohl in Musik gesetzt. Undso war auch der Ritter, der es gemacht hatte, wohl gelitten. EinesTages aber, als er durch die Gaffen ritt, hörte er einen Schuster diesesLied fingen, und er sang es so falsch, sowohl in Worten als Weise, daßJedermann, der eS nicht zuvor gehört hätte, nicht umhin gekonnt habenwürde, eS für ein erbärmliches und sehr schlecht gemachtes Lied zu halten.Als nun der Ritter vernahm, wie der Schuster seine gute Arbeit ver-derbte, war er voll Betrübniß und Zorn, und stieg von dem Thiere ab,Canru, Weltgeschichte. VIII. 03