Band 
Achter Band.
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neunundvierzig Geschichten, Anekdoten und Gleichnissen, welchedeutlich morgenländischen Ursprung an sich tragen. „Wahrschein,lieh ist sie eine Nachahmung der „Belehrung zur Erkenntniß (Dis-eiplinn clerienüs) von Petrus A lfonsi, einer ungefähr zwei

aus welchem er ritt, und setzte sich neben ihm. Der Schnster gab abernicht Acht auf den Ritter und hörte nicht auf zu singen; und je längerer sang, desto mehr verderbte er das Lied, das der Ritter gemacht harte.Und als der Ritter nun hörte, wie seine gute Arbeit durch die Albern-heit des Schusters so verderbt ward, nahm er sachte einige Scheeren auf,welche dort lagen, und schnitt alle Schuhe des Schusters in Stücken undstieg auf sein Thier und ritt davon. Als nun der Schuster seine Schuheansah, und wie sie in Stücke geschnitten waren, und daß er alle seineMühe verloren habe, ward er sehr unruhig und ging hinter dem Ritter,der dies gethan hatte, schreiend einher. Der Ritter aber erwiderte:„Mein König, unser Herr, ist, wie Ihr Wohl wisset, ein guter und eingerechter König. Lasset uns denn zu ihm gehen, und er möge dann denZwiespalt zwischen uns schlichten, wie es ihm gerecht scheint." Dies zuthun wurden Beide einig. Und als sie vor den König kamen, berichteteihm der Schuster, wie alle seine Schuhe ihm in Stücken geschnittenworden seien, und ihm großer Schaden gethan. Und der König wardeshalb unwirsch und fragte den Ritter, ob dies Wahrheit sei. Und derRitter sagte, dem sei so; daß er aber gern sagen wolle, warum er alsogethan. Und der König hieß ihn, solches zu sagen. Und der Ritter ant-wortete, der König wisse wohl, daß er ein Lied gemacht habe, welchessehr gut sei und gute Musik habe, und er sagte, der Schuster habees im Singen verdorben; um dies aber zu beweisen, bitte er denKönig, Jenem zu befehlen, daß er es jetzt singe. Und der König thatalso, und sah ein, wie er es verderbt. Darauf sagte der Ritter, daß er,da der Schuster die gute Arbeit verdorben habe, die er mit so vielerMühe und Anstrengung gemacht, nun auch das Recht habe, die Arbei-ten des Schusters zu verderben. Und der König und Alle, die dort mitihm waren, waren lustig hierüber und lachten; und der König befahldem Schuster, dieses Lied niemals wieder zu singen, noch des Rittersgute Arbeit zu stören; der König bezahlte aber den Schuster für denSchaden, der ihm geschehen war, und befahl dem Ritter, den Schusternicht mehr zu quälen. — Und da ich nun weiß, daß ich nicht hindernkann, daß die Bücher, welche ich gemacht habe, vielmals abgeschriebenwerden, und da ich sehe, daß in Abschriften ein Ding für das anderegesetzt wird, entweder weil der Abschreiber unwissend ist, oder weil einWort dem andern so gleicht, und weil also die Bedeutung und der Sinn,ohne irgend eine Schuld desjenigen, der es zuerst schrieb, geändert werden;deshalb habe ich, Don Juan Manuel, das Unrechte, so viel ich es ver-mag , zu vermeiden, diesen Band machen lassen, in welchem alle dieWerke geschrieben find, die ich gemacht habe und ihrer find zwölf." (Von