Band 
Achter Band.
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aber auch in ganz unbekannten Gegenden, und mitten unter Der-zauberungen aller Art. Manchmal werden sie dabei von ihrenDamen begünstigt, manchmal aber auch zürnen diese, wie in derEinsiedelei der festen Insel. Nach Bestehung der weiten Reisender vornehmsten Ritter, und nach einer unglaublichen Zahl vonGefechten zwischen ihnen und andern Rittern, Zauberern undNiesen schließt daS Ganze zuletzt mit der Vermählung deS Ama-dis und der Oriana und der Ueberwindung aller Zaubereien, dieihrer Liebe in den Weg getreten waren. — Man ist allgemeindarüber einig, daß der Amadiö der beste aller alten Ritterromanesei. Dies rührt davon her, daß er den Sitten und dem Geistedcö Zeitalters des Ritterrhums am trcuesten bleibt. Der Haupt,gründ hievon liegt aber unstreitig darin, daß er mit freierer Er.stndsamkcit geschrieben und in seiner Haltung vielseitiger ist alsirgend ein anderes ähnliches Buch. Er enthält sogar zuweilen,wie man eS kaum von dieser Art schrankenloser Dichtungen er.warten sollte, Stellen von natürlicher Zartheit und Schönheit.Montalvo hatte, ehe er noch seine Ucbersetzung des Amadisdrucken ließ, ja vielleicht ehe er sie gemacht hatte, eine Fortsetzungdesselben geschrieben, welche er in der Vorrede zum Amadis alsdessen fünftes Buch ankündigte. Dies ist sein eigenes Werk, un.gefähr ein Drittel so lang als der AmadiS, und enthält die Ge.schichte des Esplandian, des Sohneö jenes Helden und der Oriana,dessen Geburt und Erziehung bereits in der Geschichte der Aben-teuer seines Vaters gegeben waren, und welche eine der ange-nehmsten Zwischengeschichten des alten Amadiö in vier Büchernsind. Dennoch sagt der Pfarrer, als er in Don Quixote's Bü-chersammlung an diesen Roman gelangt: „Die Verdienste dcöVatcrS dürfen dem Sohne nicht angerechnet werden." Die Ge.schichte des Esplandian hat weder Frische noch Geist und Würde*).

Johann II wollte, wie cS den Anschein hat, durch Begün-stigung der Dichtkunst und der Wissenschaften Castilien den ver-loren gehenden Ruhm sichern. Aber da man nun der Mode undder königlichen Gunst halber Verse machte, erachtete man diegroße Einfachheit der Romanzen als einen Mangel, und man ge-dachte die Dichtkunst zu heben durch Geist, allegorische Anspie-lungen, formelle Feinheiten und Schwierigkeiten; der Vers wurdekünstlicher, die Sprache sententiöS, und allerdings sagten dem

») Tickn» r-Julius, A. a. O.

D. B.