Band 
Achter Band.
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Otnit, Hug und Wolf Dietrich, Laurin und dem Rosengartenim sog. „Heldcnbuch" zusammengestellt, dazu kommen noch einigelängere und kürzere Gedichte von höchst verschiedenem Inhalt;ferner noch andere in Prosa aufgelöste Gedichte, die nun mit denewig jungen Volksbüchern frei Herberg und Gelaß nehmen.Zuerst also die Reisen und Fahrten inS heilige Land, die um sogieriger verschlungen wurden, je weniger jetzt nach Jerusalemgepilgert ward, Abenteuer und Ritterlichkeit, Religion und Wis.senschaft, Poesie und Alles enthaltend; so wird jener ritterlicheHerzog Ernst, in Ochsenhäute eingenäht, von Greisen inSLand der Demanten getragen, wo die Menschen Kranichen,köpfe haben; dann jene Ritter-geschichten, die mit Heinrichdem Löwen, Sigfrid und den vier Heimonskindcrn ihren Glanz.Punkt erreichen. Dann die anmukhigc Historie von der Pfalz,gräfin Genofeva, vom geduldigen Kaisertöchterlein Helena, vonTristan und Jsold, von Pontus und Sidonia; dann dieschöne Ma g e llona, ganz im Geiste der Troubadours, sowieder Ritter v. Staufscnberg, bis denn alle die Schönheitender Welt, gleich der edlen Melusina, in einen garstigen Dra.chenschweif enden, und der Schwarzkünstler Faust mit dem langenBarte auftritt, endlich vom Teufel geholt wird, und zwischendurchklappert der wieder ausgestandene Eulenspiegel mit der lusti,gen Peitsche seiner Witze, indeß Ahasver, der nimmer müde,mit fingerdicker Sohlcnhaut, nirgends Ruhe findet, und wie derstets irrgehende Unglaube überall umher wandelt, dazu Fort«,natus mit dem unversicglichcn Horte, seinem Scckel und demWünschhütlein, der anderen Tarrenkappc; endlich die apokry.phi sehen Bücher des Neuen Testaments, die auch vom Orientaus in umgewandelter Gestalt Eingang bei uns gefunden haben,bis denn der ganze Reigen mit der Beschreibung des jüngstenGerichtS im Thale Josaphat endet. ES gab noch edleHerren, die ibre Lieder hoch zu Roß, auf der Jagd, im Feldeund Walde dichteten, so Heinrich v. Mügeln, Hugo v.Montfort, der GrafOswald v. Wolkenstein aus Tirol*).Wohl hat der Herr Oswald noch viel wunnigliche Lieder ge.jungen, oftmals anklingend sogar an den wunderherrlichcn Minne.

') Beda Weber, Die Gedichte Oswalds o. Wolkenstein, Innsbruck 1847.Der h. Friede! niit der leeren Tasche und Oswald v. Wolkenstein, eben-daselbst 1850. D. B,