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auch die Anfänge der geschichtlichen Prosa, noch früher aberblühte die lehrhafte, und zwar zunächst durch die Wirksamkeitder mystischen Schule. Diese, deren Thätigkeit wir bereits ge-zeichnet, begann in Schriften, in ihrem Briefwechsel und aufder Kanzel die erhabensten Gedanken und Gefühle, die abstrak-testen philosophischen Begriffe in der Muttersprache auszudrücken.„Was daS Gefühl vermag, sagt Bout erweck (Geschichte derPoesie und Beredsamkeit), eine Sprache zn bilden, hatten diedeutschen Minnesänger in der Poesie gezeigt, die frommen Mysti-ker des 14. Jahrhunderts zeigten eS in der deutschen Prosa."
„In der Lyrik wird zwar die Minnepoesie noch fortgesetzt,aber nur so, daß der in dem vorigen Zeitraume bereits begon-nene und von u»S angedeutete Uebergang dieser Dichtgattung ausden Händen der Edlen in die der Bürger der aufblühendenStädte, der Meister, sich vollendete. Während demnach dieKunstlyrik zum regelrecht, schulmäßig gelernten und schulmäßigbetriebenen Meistergesang erstarrte, begegnen wir der einzigächten Poesie jener Zeit, als einem wohlthuenden Gegensatz zurphrasenhaften und philologischen Reimerei, in den von der Bil-dung nicht berührten untern Volksklassen: Das auö dem wirkli-chen Leben schöpfende Volksbuch, in so mancher Hinsicht mirdem alten VolkScpoS verwandt, nur daß eS nicht wie jenes Tha-ten sondern Empfindungen schildert oder vielmehr auSsprichr, er-scheint in LiebeS-, Natur-, Wander-, Abschieds-, KriegS- undeinigen historischen Liedern" *). Zwischen den beiden Gegen-sätzen , dem absterbenden Minnelied und dem Meistersang undVolkölicde liegen übrigens einige vermittelnde Ucbergänge, wiedie GesprächSlicdcr, Weinliedcr, Weingrüße, Weinsagen, Schwankenach der einen, die Balladen, gnomischen (eine besondere Gattungderselben bilden die s. g. Prtameln) und satirischen Gedichtenach der andern, allegorisch-didaktischcn Seite hin, wie dennauch die dramatische Poesie als selbständige Gattung in diesemZeiträume in ihren Anfängen erscheint. Auch das geistlicheLied entwickelte sich aus der religiösen Minnepoesie in einervolkSthümlicheren Richtung.
„Die Quelle der epischen Poesie war erschöpft und quollmatter und matter, die Zeit zehrte am Hab und Gut der frühe-ren Generation, deshalb werden die kunstreichen Dichtungen von
*) Vrühl, Geschichte der deutschen Literatur.Canru, Weltgeschichte. VIII.
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