Band 
Achter Band.
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pirung verrathen immerhin ein geringes Studium der Antike.Im Campo Santo zu Pisa malte er die „Novissimi" nach Danteentlehnten strengen Ideen; hart in den Umrissen, sucht er eineperspektivische Richtigkeit zu erreichen, was ihm jedoch in denobern und seitlichen Partien nicht gelingt. Sein „Weltgericht"diente dem Luea Signsrelli zum Vorbild, da dieser den.selben Gegenstand im Dome zu Orvieto behandelte, ebensodem Michel Angelo bei seiner berühmten Darstellung in derSixtinischen Kapelle.

Die Gilde der Kansleute ließ Sän Michele mit einer Prachtausstatten, die viele spätere Fürsten nicht zu erreichen vcrmoch.tcn. Es widmeten sich der Ausschmückung dieser Kirche auchGhiberti („der heilige Matthäus") und vor Allen Nieolad'Arezzo, der in seiner Vaterstadt die heilige Jungfrau auseinem BaS-Relief darstellte, wie sie die Niedrigen und Armenunter ihren Mantel aufnimmt — ein in diesem Jahrhunderthäufig verbildlichter Gedanke. Der in Sän Michele von Or-eagna gefertigte Tabernakel ist das größte Meisterwerk derbil-denden Kunst dieses Zeitraumes; ein nicht weniger prächtigesSeitenftückdazu, von Lo renzo Pietro del Vechietta, auSdem Jahr 1492, befindet sich im Dome zu Siena.

Giovanni, Sohn des Nieolo von Pisa, den wir imvorigen Zeitraume kennen gelernt, blieb den Ueberlieferungenseines großen VaterS getreu und schuf (1330) im Verein mitAgostino und Agnolo, beide aus Siena, das Grabmal desGuido Tarlato, das schönste Denkmal dieser Art, das nochgesehen worden: es besteht auS einer Urne, umgeben von 16 Dar-stellungen von Thaten des Verstorbenen. Man schreibt einemdieser Künstler die schöne, durchaus mit historischen Figuren be-deckte Tafel zu, die man in Sän Francesco zu Bologna bewun-dert, sowie auch den mit 290 Figuren gezierten Bogen in SänAgostino zu Pavia. Andrea Ugolino von Pisa begann unterGiovanni zu arbeiten und wurde bald zu Floren; beschäftigt,wo er die Fa^ade der Kathedrale mit Bildwerken schmückte.Da jedoch dieselbe zerstört wurde, ist nichts von ihm erhaltenals einige Basreliefs am Glockenthurme und die Thüren vonSän Giovanni, die jedoch neben denen Ghiberti's nicht mehrbeachtet werden. Andere Werke, die zum Theil gleichfalls vonPisaner Künstlern ausgeführt wurden und sich zumeist durchPracht, wenn auch nicht immer durch Geschmack auszeichnen,