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übergehend, bemerken wir, daß im Allgemeinen das glücklicheToskana in diesem Zeitraume noch immer den unbestrittenenVorrang in den Künsten einnimmt. Daneben besitzt jedoch auchVenedig einige Werke auö jener Zeit, die, ohne der toskanischenSchule anzugehören, in ihrer Art unübertroffen sind. Dahin ge-hören die Statuen, womit 1393 Iacopo und Pier Paolodelle Ma segne das Architrav der Absiö in St. Marcuö zier-ten, und die Knäufe am Dogenpalaste, die wahrscheinlich vonFilippo Calendario herrühren. Das Grabmal des AndreaVendramin in der Servitrnkirche, mit den vortrefflichstenBasreliefs, welche die vcnctianische Schule hervorgebracht, dieehernen Masten auf dem St. Mareusplatze, sowie das prachtvolleDenkmal der Coleoni in Sän Giovanni e Polo sind von demgroßen Baumeister und Bildhauer Alessandro Leopards.Auch Pierro Lombards und seine Söhne und Enkel schmück,ten Venedig mit zahlreichen Werken der Bau. und Bildhauerkunst.
In Neapel dagegen ward die bildende Kunst durch die pisa.ner Künstler gepflegt und die einheimischen bildeten sich vorzugS.weise in deren Schule; zu nennen ist Masuecio, der in RomStudien machte und dann in der Kathedrale zu Neapel, sowiedie in den Kapellen der Minutoli und Caraccioli begonnenen Ar-beiten von Nicolo und Giovanni di Pisa zu Ende führte.Ihn übertraf aber ein anderer Künstler, der vielleicht fälschlichin der Kunstgeschichte gleichfalls den Namen Masuecio führtund durch Wiederherstellung mehrerer Kirchen sowie die Schö-pfung vieler Denkmäler, namentlich desjenigen des Königs Robertin Santa Chiara, welches übrigens an Ueberladung und Unklarhe itleidet, sich alS- eben so großer Baukünstler wie Bildhauer be.währte. Erwähnenswerth ist die Kapelle des h. Thomas vonAquin von Angelo Aniello Fiore.
Lombardien war zwar die Hcimath vieler Künstler, vondenen man jedoch im Einzelnen wenig weiß, weil nichts oderwenig über dieselben, die man eben nur unter dem Namen dieLombarden kennt, aufgezeichnet worden. Wahrscheinlich sindviele der Bildsäulen an der Kathedrale von Mailand sowiemehrere Skulpturen an der Karthause von Pavia — derenFa^ade von 1473 an mit 44 Bildsäulen, Brustbildern berühmterMänner, Basreliefs und sonstigen Bildwerken geschmückt wurde— von ihrer Hand. Unter den berühmten mailändischcn Bild.Hauern werden genannt Andrea Fusina, Cristoforo So-