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deutsche Kunstsinn begnügte sich nicht blos mit der entsprechen-den Bemalung, sondern verlangte auch Vergoldung. Wennschon die Bemalung mit verschiedenen Farben von den neuernKunftrichtcrn verworfen wird, so mag die Vergoldung noch ver-werflicher erscheinen. Die Vergoldung fand in der Regel nuran der Außenseite des ObergcwandeS, an Geräthschaften rc. statt.So unnatürlich diese uns erscheint, so entsprach sie doch vollkom-men dem Kunstgeschmack des Mittelaltcrs, das überhaupt dasPrachtvolle und Glänzende liebte. Die thcilweise Vergoldungverlieh erst den Statuen vollständiges Bürgerrecht in der gothi-scheu Kirche, indem sie erst dadurch in eine würdige Stellung zuder glänzenden Tafel- und Glasmalerei und den kostbaren Gerü-chen traten. Obgleich die Bemalung und Vergoldung der Holz.schnitzwcrke sehr beliebt wurde, so finden wir doch auch Werke,einzelne Statuen, Reliefs und ganze Altarwerke ohne den Far-be lisch muck"*).
Wenden wir unS nun noch zur Kunst dcS Metallgusscs, derseit Karl dem Großen in Deutschland vielfach geübt und na-mentlich zu Denkmälern verwendet wurde. Martin und GeorgClussenbach gössen 1373 die Rcitcrstatne, den heil. Georg dar-stellend, auf dem Schloßhofe vor dem Dome in Prag. Noch aberherrscht bei diesen ältern Werken der Gießkunst die typischeStarrheit vor, und eine höhere, der plastischen Kunst tu Steinund Holz ebenbürtige Vollendung ward erst zu Nürnberg vorbe-reitet durch die dort im Jahr 1380 angelegten Metallgußwcrke,welche HauSgcrä'lhe lieferte». Die hier gewonnene technischeFertigkeit und Sicherheit wurde dann bei Kunstdarstcllungenglücklich angewandt. „Die ersten berühmten Erzgießcr dieserPeriode alS Künstler sind Ha»S Decker, der im Jahr 1447den Christus am Kreuze für die Scbalduskirchc in Nürnberg goßund Hermann Bischer, welcher im Jahr 1457 daö Taufbeckenfür die Stadtkirche in Nürnberg fertigte. — Der kunstreichsteund berühmteste Erzgießcr dcö spätern MittelalterS ist PeterBischer, ein Sohn dcS letztgenannten, der 1489 zu NürnbergMeister geworden und 1529 gestorben ist. Sein erstes bedeuten-deS Werk finden wir im Dom zu Magdeburg , welches, einGrabmonumcnt für den Erzbischof Ernst, im Jahr 1495 ge-gossen wurde. ES stellt einen großen Sarkophag dar, auf dessen
D. B.
*) Dursch, A> a. O.Sank», Weltgeschichte. VIII.
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