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versichert — hat sich uns nichts erhalten. DaS Archiv delle Ri-formagioni zu Siena besitzt jedoch noch prächtige Miniaturen ausder Mine des 14. Jahrhunderts, insbesondere von Nicolo diSozzo; andere befinden sich zu Monte Cassino und Ferrara,namentlich aber ein überaus kosibarcS Brevier in der Laurenzia-nischen Bibliothek zu Florenz, ein Ueberrefi aus der reichenSammlung des Kamaldulenserklosters degii Angeli. Bruder L o-renzo aus diesem Kloster stand an der Spitze einer Schule vonMiniaturmalern, und seine Ordensbruder bewahren seine Handwie eine Reliquie auf. Gherardo und Atavantc, gleichfallsFlorentiner, wurden nebst andern Künstlern von MatthiasCorvinus berufen, um seine Handschriften auszumalen. JeanFouquet von Tours, Maler Ludwigs XI, lieferte die zier-lichsten Miniaturen, die man nur sehen kann*). Berühmt ist dasBrevier des Cü Grimani, in der St. Markusbibliothek zuVenedig, mit Miniaturmalereien von den Flamändern JohannHemling, Gerhard von Gent (Van der Meirc) undLivien (deMitte?) von Antwerpen.
Der Geschichtschreiber der Kunst hat dieser Gattung derMalerei eine besondere Beachtung zuzuwenden, weil hier die Nach.ahmung minder Platz greift, dagegen die religiöse Begeisterungum so deutlicher sich ausprägt. Mit dieser Kunstgattung beschäf-tigte sich zuerst der scl. Angelico von Fiesole (1445), der inThränen ausbrach, wenn er den Heiland malte. Durch die Mi-niaturmalcrei an eine äußerst sorgfältige Behandlung gewöhnt,ahmte er die Natur genau nach und prägte das innerste WesendcS Menschen mit großer Feinheit und Zartheit in der Mannig.faltigkcit des Lebens und der Physiognomien aus. Erreicht erdarum auch im mechanischen Theile der Kunst Masaccio nicht,so zieht doch die unaussprechliche Zartheit, der unübertrefflicheAusdruck seiner Köpfe den Beschauer unwiderstehlich an. Selbstin den Qualen des Marterthums bewahren seine Heiligen eineWürde, welche den Frieden offenbart, den die Welt nicht zurauben vermag. Nachdem er daö St. Markuskloster mit großar-tigen Fresken geschmückt hatte, übertrifft er sich selbst in derDarstellung der Heiligen Stephanus und Laurentius, die er imVatikan schuf. Für dieses Werk bot ihm der Papst den erzbi-
*) Es befinden sich deren zu Frankfurt a. M. in Privatbesitz.