Band 
Achter Band.
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schöflichen Stuhl von Florenz an, den er aber ausschlug, umzur bescheidenen Armuth seines Klosters zurückzukehren.

Während diesen Künstlern vorzugsweise der Ausdruck derEmpfindung gelang, zeichneten sich andere durch Sinn für dieNatur aus und durch Arbeiten, die anatomische Studien verra-then. Paolo Uccello fVogel^ (f 1432), so genannt wegenseiner Geschicklichkeit in Thicrbildcrn, beschäftigte sich eifrig da-mit, Regeln aufzufinden für die Perspektive und für die Gruppi-rung der Figuren, um nicht genöthigt zu sein, sie auf einer undderselben Fläche aufzustellen, sowie für die Verkürzungen; hierinsetzte er daö Hauptverdienst der Kunst. Höher begabt und glück-licher in der Ausführung war Masolino von Panicale, der denGiotlo hinsichtlich einer würdevollern Auffassung der Figurenund einem natürlichern, weichern Faltenwurf, waS er von Ghi-berri gelernt hatte, übertraf.

Masamo. 1401—43.

Er starb in der Blüthe dcS menschlichen Alters, aber er hin-terließ einen Schüler, Tommaso Guidi, genannt Masaccio,mit dem die Schule Giotto'S ihre höchste Stufe der Vollendungerreichte, und welcher der neuern Malerei den Weg bahntedurch schöne, lebenvolle natürliche Haltung und Stellungenseiner Figuren und durch eine glückliche Behandlung deö Hell-dunkels, wodurch er den Formen täuschende Fülle und Rundungzu verleihen wußte. Angespornt von einem edlen Wetteifer durchdie von seinem Lehrer in der Kapelle der Brancacci bei denKarmelitern zu Florenz begonnenen Arbeiten, schuf er daselbst,mit Rath und That von Ghiberti und BrunelleSchi unter-stützt, das größte Denkmal italienischer Malerei bis auf Raphael.Hier zeigte er, wie großartig und tief er die Darstellung derLeidenschaften und Empfindungen auffaßte, so daß — wie sichVasari ausdrückt — die vor ihm hervorgebrachten Werke ge-malt zu nennen sind, die seinigen aber lebendig, wahrhaft, natür-lich. In der St. Clemenskapelle zu Rom schuf er nicht minderSchönes, daö den nachfolgenden großen Künstlern, denen er,wäre sein Leben nicht so kurz gewesen, die Palme streitig ge-macht hätte — zum Studium diente.

Die Bahn war somit erschlossen für weitere große Entwi-ckelung, und die Wissenschaft bot der Kunst hülfreich die Hand.BrunelleSchi, der Architekt und Mathematiker, stellte die