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Farben auftragen kann. Da aber bei eigentlichen Gemäldendies Auftragen verschiedener Farben unumgänglich ist, so giltWilhelm van Eyck mit Recht für den Erfinder der Oelma,lerei, insofern als er das Verfahren entdeckte, das Leinöldurch Nuß. oder Mohnöl zu ersetzen, über die frisch aufgetra-gene Farbe den Pinsel zu führen. Sein Freund, Anton ellov. Messina soll ihm fein Geheimniß abgelauscht und nachItalien gebracht und die neue Kunst dem Ruggeri gelehrthaben; von diesem erlernte dieselbe, wird weiter berichtet, derVcnetiancr Domenieo, welcher aber, als er den FlorentinerCaftagno in das Geheimniß einweihte, von diesem — derallein „das in Toskana noch unbekannte Verfahren*)" besitzenwollte — ermordet wurde.
Flandrische Schule.
Die Anfänge der flandrischen Schule kennt man nicht, aberdaß Johann v. Eyck und sein Bruder Hubert zu den großenMalern gezählt werden wüsten, beweist ihre „Anbetung desLammes zu Gent"**). An sie schließen sich an Hugo van der
s) So sagt Vasari; dagegen behaupten Cicognara (III, 2) undTambroni, in der Ausgabe von Cennino, daß es in Italien schon vorvan Eyck Oelgemäldc gegeben habe.
2 «) -Vergl. Försters Kunstgeschichte. 1853, H, 85. Schnaase, Nieder-ländische Briefe, 1831, S. 3kl, sagt: „Vielleicht gibt es kein Werkim ganzen Gebiete der Kunst, was Dante's großem Gedichte in derVereinigung tiefen Ernstes mit der Anmuth und Grazie des Lebens sonahe kommt, wie dieses." v. Qnandt — Erinnerungen an Spanien,S. 277 — bemerkt gleichfalls, daß man kein Werk eines Vorgängersnachweisen könne, welches den Uebergang zu der Höhe bezeichnete, dievan Eyck erreichte. „Man möchte glauben, daß Engel seine Lehrmeistergewesen wären." — „Bis jetzt hatte man bei den Altdeutschen und Ita-lienern nur das Nebeneinander der Farbe gekannt, man sang gleichsamin Oktaven, kannte blos die Melodie, doch fehlte die Harmonie, fehlte derBaß; plötzlich, mit J oh. v. Eyck, der den Gebrauch des Oeles zurBereitung der Farben bei der Malerei anwendete, oder diese schon ein-zeln vorkommende Kunstfertigkeit vervollkommnete, kam, wie Minervaaus Jupiters Haupte, mit einem Male die ganze Harmonie der Farben-skala zum Vorscheine, mit einer Klarheit und Höhe, Muth und Gewalt,die nur seine Schüler und Miteiserer erreichten. So gebührt denn derniederländischen Schule der Ruhm, daß fie bereits ein Jahrhundert vorDürer das erste, höchste und herrlichste Werk in Farbenstimmnug und