Band 
Achter Band.
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Die florentinischcn Kaufleute aber brachten aus dem reichenund glänzenden Brügge nicht blos Waaren, sondern auch Ge-mälde heim, an denen die italienischen Meister viel lernten, nurnicht, was ihnen so nothwendig gewesen wäre, bei ihren schönenComposttionen das Ncbenwerk, die Staffage mehr als sie thatenzu berücksichtigen. Trotz dieses Mangels erlangte indeß die fio-rentinische Schule eine hohe Vollkommenheit. DeS sel. Ange-lico Schüler, Be nozzo Gozoli, begabt mit einer überausfruchtbaren Einbildungskraft, vereinigte mit der tiefen Empfin-düng seines Lehrers die Vollendung dcS Masaccio. Von ihmsind im Camposanto zu Pisa vierundzwanzig große figurenreicheDarstellungen. Ihn übertraf Fra Filippo Lippi, der demMasaccio hinsichtlich der Figuren nicht nachsteht, in der land-schaftlichen Staffage ihn übertrifft. Dieser Künstler führte einabenteuerliches Leben; als achtjähriger Knabe mit der Mönchs-kutte bekleidet, entfloh er bald dem Kloster und gerieth in dieHände von algierischen Piraten; er ward als Sklave gekauft,aber ein Bildniß seines Herrn, das er fertigte, gewann ihm dieFreiheit. Nach Florenz zurückgekehrt, verliebte er sich in eineNonne des Margarethenklosters / während er daselbst malte, ent-führte sie und hatte von ihr einen Sohn, dem er seinen Namenund seine Kunst hinterließ. In dieser aber die höchste Stufezu erreichen, ward er nicht durch Mangel an Genie, sondern ebennur durch die Stürme seines Lebens verhindert.

Indessen begann nun die eigentliche Blüthe der florentini-sehen Schule, deren erste Zierde Cosimo Roselli (1456) ist;er schuf im Verein mit Ghirlandajo, Luca Signorelliund Fra Filippo vier große Wandbilder in der SixtinischenKapelle (1480), und höher noch stehen seine Arbeiten in SankAmbrogio zu Florenz, wo man wahrhaft Raphaelische Gruppenund überhaupt eine Auffassung und Technik bewundert, die leidernicht diese Höhe behaupteten.

Das in der Kunst wie in der Wissenschaft wieder erwachteStudium der Antike veranlaßte die Maler, mehr auf die Corrckt-heil der Form als auf den Ausdruck zu halten, die Geschicklich.keit in der Mache höher zu achten als die Auffassung, die Idee.Dazu kam, daß in Folge des herrschenden Geschmacks die Pri-vatleure zur Ausschmückung ihrer Wohnhäuser, die Medici fürihre Paläste von ihnen mythologische Gegenstände oder der Naturentlehnte Scenen verlangten, so daß, indem die Künstler diesen