Band 
Achter Band.
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Weg betraten, sie sich immer mehr entfernten von den zartinnigenund religiösen Anschauungen, die bis dahin ihren schönstenRuhm gebildet.

Es gelangten indeß nun auch andere Schulen zu hoher Be-deutung. Giovanni da Milano, der schöne Malereien zuFlorenz hinterließ, und Andrino di Edesia verpflanzten dieManier Giotto's nach Mailand, wo dann Foppa, Crivelli,Nolfo di Monza, Borgognone, Boltafio blühten. Fer-rara nennt Galeazzo Calessi, den weichern und vielseitiger»Antonio, Vaccarini. Bologna besitzt außer dem schon ge-nannten Franco, Marco Zoppo, Simone „dei Crocistssi"und Lippe Dalmasio „della Madonne", beide so genannt nachden Gegenständen, mit denen sie sich vorzugsweise beschäftigten,und Jacopo Davanzi, der, ehe er malte, fastete und com-munizirte. Fast nur Madonnen malte auch der gute FreSkomalerFrancesco Raibolini, genannt Francia, der mit vierzigJahren aufhörte, Schmucksachen und Medaillen zu fertigen, umsich der Malerkunst zuzuwenden und die Bewunderung der Bolog-neser: war, biS sie Raphaels „heilige Cäcilia" kennen lernten.Daß aber der Neid darob ihm den Tod gebracht habe, ist eineVerläumdung, da er Raphael um zehn Jahre überlebte. Erbildete mehr denn 200 Schüler, unter denen Lorenzo Costawegen der Kraft und deS Reichthums seiner Farbengebung be-rühmt ward.

Antonio Salario aus Civica in den Abruzzcn — wahr-scheinlicher auS dem Vcnctianischen — genannt der Zingano(1455), faßte eine tiefe Leidenschaft für die Tochter des MalerSColantonio, und um ihre Hand zu erhalten, giebt er seinTöpferhandwerk aus, um sich der Malerkunst zuzuwenden, in wel-cher er hohe Meisterschaft erreichte, wie cS fern Bildercyclus ausdem Leben deS heil. Benedicl im St. Severinskloster beweistdurch die Frische der Farbe und die natürliche Gruppirung.

In den römischen Staaten malte Piero della Fran-ccsca von Borgs Sansepolcro für die Herren von Felire undFerrara u. A. mit Anmuth und Einfalt; er war zugleich einguter Mathematiker und führte den Gebrauch irdener, mit ge-näßten Stoffen bekleideter Modelle ein, um den Faltenwurf zukopiren. Ventile da Fabriano nahm als Fra Angelieo'SSchüler dessen weiche und friedevolle Weise an und blieb desseninnig frommen Ueberlieferungen getreu. Ihm gebührt der Ruhm,