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die Erzählungen der Reisende»/ welche oben erwähnt wurden/sind ihm völlig unbekannt, oder er glaubte nicht daran, befangenwie er war durch seine Meinung, daß die Erde sich in fünf Zonen,darunter nur zwei bewohnbare, theile. PomponiuS Melaund DionysiuS von Halicarnaß sind für die Erdkunde vonkeinem Gewinn. PliniuS' Thätigkeit beschränkte sich auf Samm-lung und Zusammenstellung anderweit enthaltener Mittheilungen;aber seine entweder spitzfindige oder dichterische Form schadet nurzu oft der Wissenschaft. Die Tafeln und Wegweiser, auf denendie Straßen verzeichnet sind, mittelst deren das alte Rom dieentferntesten Provinzen an sich kettete, werfen wenig Licht aufdie Länderkcnntniß Le6 Alterthums.
Die Entdeckungen der Alten schritten übrigens deshalb solangsam vorwärts, weil sie zu Lande gemacht wurden. Daraushätte sich nun gerade eine genauere Kenntniß von Menschen undLändern ergeben sollen. Die Ausbreitung und Aufeinanderfolgegroßer Reiche übte weniger Einfluß auf dieselbe auS, als manwohl meinen möchte. Abgesehen von willkürlichen Unterstellun-gen, steht fest, daß die Alten wenige Länder im Osten Deutsch-lands kannten, daß sie so gut wie nichts von Scandinavien,Preußen, Polen, Rußland und den Nordpol-Gegenden wußten.Afrika hatten sie sich nur so weit erschlossen, alS cS sich am mit-telländischen Meere hinzieht. Sie giengen niemals von der weft-liehen Seite des arabischen Meerbusens nach jenseits, nach Asienhinüber. Alles, was an der andern Seite des Ganges lag, warihnen eben so fremd als der Erdstrich, auf dem sich die zahllosenStämme der Sarmaten und Scythen bewegten. Keiner der zu-letzt genannten Schriftsteller, weder Strabo noch Plinius,berücksichtigen die Mathematik. Hipparchos' Arbeiten warenlängst vergessen. Erst Marinus von Tyrus verdanken wir denFortschritt, der auf Grund desselben Ptolemässs, zu TitusAntoninus PiuS Zeiten, sich seine Ansichten bildete, sieschriftlich darstellte, wobei ihm freilich die Werke der Bibliothekvon Alexandrien, sowie die Mittheilungen der zahlreichen Kauf-leute, welche diese Stadt besuchten, sehr zu Hülfe kamen.
PtolemäuS*) bediente sich zur Bestimmung der Plätzeund Stätten zu allererst der Längen und Breiten, gibt ein Ver-
') Claudius PtolemäuS, geboren zu Pclusium um das Jahr 70 n. Chr.,demnächst zu Alerandrien lebend, war nicht blos Geograph, sondern ohne
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