Band 
Achter Band.
JPEG-Download
 

1092

zeichniß von Orten mit ihren vcrhältnißmäßigen Lagen zu einan-der, und überrascht durch die Anzahl der Orte, welche ihm inallen Gegenden der Welt bekannt sind, in Beziehung auf welcheer namentlich großen Werth auf ihre einheimischen Namen legt.Da er jedoch die Tagereisen von Kaufleuten und Schiffern zurGrundlage seiner Berechnungen der Abstünde und Entfernungenmacht, so verfällt er in häufige Irrthümer, bildet sich die roheftenVorstellungen von den Küsten und Gränzen und vermag sich nichtzu perspektivischer Auffassung und Zeichnung zu erheben. DaSmittelländische Meer hat für ihn ^iur zwanzig Grade in derLänge und nichts desto weniger war es die damals am besten be-kannte See. Den Ganges läßt er sechsundvierzig Grad oberhalbseiner wahren Mündung auSflicßen, und dieser Irrthum ist nurblos einem achten Theile des Umfangs der Erde gleich. Indeß,wohin man auch blicken mag, eS war überall mit der mathcma-tischen Erdkunde der Alten gleich schlecht bestellt.

Mit Ptolemäus schließt sich die Erdkunde der Alten ab.Ihrer Entwicklung stand die Schwierigkeit im Wege, genaueNachrichten zu sammeln; sie wurde durch mythologische Vorfiel-lungen und vorgefaßte Meinungen verwirrt. Jedes Volk inseiner Eitelkeit glaubte sein Land in der Mitte der Erde belegen.Mit solchen Augen sahen die Jndicr ihr Meru an, die Griechenden Olymp, ihr ganzes Reich die Chinesen. In dieser Mittebefand sich das gesittete und gebildete Geschlecht, mehr oder minderweit von demselben entfernt Fremdlinge, Wilde, als Ungeheuer,als Bären oder Affen ähnlich, als Riesen oder Pygmäen ge-schildert. Unterhalb der Erde breitete sich das Reich der Todten,

Frage auch der erste Astronom des Alterthums, dem wir überdies nochdie Aufbewahrung der durch seine eigenen vermehrten und berichtigtenBeobachtungen der Alten verdanken. Er berichtigte das Firsternverzeich-niß des Hipparchus und entwarf Tabellen zur Berechnung der Bewegun-gen der Sonne, des Mondes und der Planeten. Seine sämmtlichenastronomischen Kenntnisse und Erfahrungen, zu einem selbständigen Lehr-gebäude geordnet, übergab er der Welt in einem Werke aus dreizehnBüchern, Das hier aufgestellte Weltsystem, nach ihm

das ptolemäische genannt, hat noch lange im Mittelalter Geltung gehabt.Um das Jahr 827 ließ nämlich einer der arabischen Chalifen die A/r-in das Arabische übersetzen. Aus dem Arabischen wurdesie auf Befehl Kaiser Friedrichs II, des Hohenstausen, in das Latei-nische übertragen, und fand in dieser Form eben so weite Verbreitungals Anerkennung. D. B.