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der Reisenden dahinströmt: CamoenS, Cortereal, Ercilla*),die selber gereist und gesehen hatten, wurden begeistert von dieserPoesie; aber auch sie vermochten nicht oder wagten nicht von derGelehrsamkeit und der Schulweisheit sich völlig frei zu machen.Mitten in den jungfräulichen, gleich Tempeln mit Gewindenbuntfarbiger Lianen geschmückten Wäldern, die gegen die senk.rechten Strahlen einer glühenden Sonne taufenden von unbe.kannten Thieren ein labendes Asyl gewähren, und Vögeln, derenSchmelz mit dem Glänze der Juwelen wetteifert, gedenken sienoch der kalten Thäler des Hämus, der blassen Veilchen, derverlassenen Taube und der klagenden Philomcle.
Wer uns da sagen wollte, die Thaten der Conquiftadorenseien an sich schon poetisch, so daß die Poesie der Kunst neben den-selben nicht bestehen könne *), weil deren Wesen die Fiktion hält,dem würden wir ächte Poeten jener Natur und jener Menschheitentgegenhalten, wie Saint.Pierre und Chateaubriand.
Namentlich in unserem Jahrhundert hat das Studium derReisen, auf das hingerichtet, was höchstes Ziel alles Wissens —die Kenntniß des Menschen — hohe Bedeutung erlangt und ächteGelehrsamkeit gefördert. Die Vorurtheile verschwanden vor derungeschminkten Wahrheit, welche aufzufinden und zu erforscheneine zusammengehöriges Ganze höchst mannigfaltiger Wissenschaften,eine strenge, wenn auch nicht übermüthige Kritik, eine milde Hu.manität, ein Schmeichelei verschmähendes Wohlwollen thätigwaren.
Jetzt wurden die ersten Beschreibet Amerika s nochmals einergenauen Prüfung unterworfen, die Streitfragen hinsichtlich des
*) Die aus dem unmittelbaren Anblick der Natur geschöpfte dichterische Be-geisterung ist viel lebendiger als in des Alonso de Ercilla ^ran-cans," ausgeprägt in Fray Luiö de Leon und auch in Calderon.
D. B.
*) Doch aber ist unbestreitbar, daß die Thaten der Couquistadoren an undfür sich eine großartige Poesie. „Man irrt, wenn man die Conquista-dores allein von Goldgier oder gar von religiösen! Fanatismus geleitetglaubt. Gefahren erhöhen immer die Poesie des Lebens; dazu gab dasmächtige Zeitalter allen Unternehmungen, wie den Natureindrücken, welcheferne Reisen darbieten, einen Reiz, der unserem gelehrten Zeitalter inden jetzt so vielfach ausgeschlossenen Erdrämnen zu mangeln beginnt: denReiz der Neuheit und staunenerregender Neberraschiing." Humboldt, I. e.
D. B.