Band 
Achter Band.
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jwtestato" sollte man in vielen Ländern noch heutzutage wiederabdrucken; so schlagend bespricht er da das Verhältniß des Rech-tes zur Staatsgewalt. Seine „Allgemeine Geschichte IndiensbiS zum Jahre 1520", dir Quelle für spätere Schriftsteller, istkostbar, weil von einem Augenzeugen und reich an Dokumenten;ihr Druck jedoch wurde nicht verstattet, weil sie das grausameVerfahren der Spanier schonungslos blosstcllte.

In dieser Darlegung des Jammers, den er nicht hatte ver-hüten können, ist Alles zu finden, was in beiden Welten vorherwie nachher gegen die Emancipation der Sklaven gesagt worden,sogar bis auf die Klagen gegen die „Missionäre, deren Lehre mirden Interessen der Herren sich kreuzte, weil die Sklaven nur ge-horchten, insofern sie in der Unwissenheit sich befanden und diechristliche Moral sie nicht zum Nachdenken über ihre Pflichtenveranlaßte"*). Die Widerlegung solcher Gründe, Lenkt manwohl, könne einem Diener des Evangeliums nicht schwer fallen,allein man schaudert, wenn man die Greuel liest, die er selbstschaudernd berichtet: „Dieses und vieles Andere, daS die Mensch,hcit schaudern macht, sah ich mit eigenen Augen; kaum wageichs jetzt, eS zu berichten, wünschend, ich glaubte es selbst nichtund stellte mir vor, daß eS ein Traum wäre".

AlS er nach Spanien kam, um die Freiheit der Indianerzu erflehen, erhielt er von König Ferdinand auf dem Tob-bette einen günstigen Bescheid, der ihm sonst wohl wäre verwei-gert worden. AlS aber der König gestorben war, hörte der großeCardinal Ximenes, der mächtige Minister und Regent, denOrdenömann, faßte einen von Ferdinands saumseliger Politikwcitentfcrntcn Entschluß und schickte in der That drei Errmita-»er und einen Doktor der Theologie ab, um zu untersuchen undzu entscheiden. Diese befreiten allerdings solche Eingeborne, diean Höflinge oder ähnliche in Amerika nicht ansäßige Personenwaren geschenkt worden, hielten eS aber, Alles wohl erwogen,für unmöglich, daß die Indianer unbedingt freigegeben würden,wolle mau anders die Ländcrstrccken nutzbar machen; immerhinjedoch thaten sie alles Mögliche, auf daß sie sodann mit Gerech-tigkeit und Menschlichkeit behandelt würden.

*) 'kom. II, p. 174 . S. Oeuvres 6c Nartkeleni)' cke 1.L8 Oasas, evequeäe Okiapa, aekenseur äe I» libei-te äes Natureis cke I'-tmerikjue. Paris,L^iner^, 1822, 2 vol.