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Aber LaS Casas war hiemit nicht zufrieden, sondern kehrtenach Spanien zurück, um die völlige Freiheit der Indianerdurchzusetzen. XimencS war todt und KarlV war von andernGesinnungen beherrscht. Er wollte mächtig sein, und um dies zuwerden, bedurfte er deö Geldes. Die Erhebung der Comuuerosjed-ch, erregt dadurch, daß der König den Städten und Dörfernihre Rechte rauben wollte, mußte die Sache des Laü CasaSunterstützen dadurch, daß sie zeigte, zu welchem Unheilc der Miß-brauch der Gewalt führen kann. Er setzte Karl V persönlichseine Beschwerden und Vernunstgründe auseinander und schloßdann also: „Nachdem ich Ew. Majestät hievon unterrichtet, binich sicher, ihr den wichtigsten Dienst erwiesen zu haben, so einguter Unterthan seinem Könige erzeigen kann; nicht trachte ichnach deren Gnaden und Gunstbezeugungcn, denn ich handle nichtin deren Dienste, unbeschadet des Gehorsames, den ich ihr alSUnterthan schuldig bin, sondern zufolge meiner Ueberzeugung, daßGott dies große Opfer gebühre. Und um zu bestätigen, was siedarzulegen mir verstattet, sage und erkläre ich von Neuem, daßich auf jedwede zeitliche Gnade oder Gunst verzichte, und sofernich jemals mittelbar oder unmittelbar auch nur die geringste Bc.lohnung verlange, bin ich bereit, mich der Lüge und der Feloniegegen meinen König zeihen zu lassen."
Eine derjenigen deS LaS Casas entgegengesetzte Ansichtvertrat indeß der Doktor GineS dc Sepulveda, der Chronistdes Kaisers, ein Mann von vieler Bcredtsamkeit und scharfsinni-ger Gelehrsamkeit, der so recht ein Beispiel, mit welcher Erbit-terung selbst ein sonst wohldcnkendcr Mann am Ende sogar eineunmoralische Maxime behaupten mag, die anfangs vielleicht blosals einfache logische Uebung aufgestellt, der aber heftig wider-sprochen worden. Er verfaßte eine eigene Abhandlung zur Er-weisung des Satzes, cö sei ein gerechter Krieg, den die Spaniergegen die Indianer führten, und letztere wären verpflichtet, sichden ersteren zu unterwerfen, dieweil die Macht stets dem zukomme,der an Wissen überlegen sei. Der königliche Rath IndienS ver-bot die Veröffentlichung dieser Abhandlung ihres Aergernisses undder voraussichtlichen Folgen wegen. Allein der König befand sicham Hofe zu Wien, wo man die Ideen und Bedürfnisse einesgänzlich verschiedenen Volkes sehr wenig kannte und wo Scpul-vcda so sehr thätig war, daß er den Druck seiner Arbeit durch-gesetzt haben würde, hätte nicht der Bischof Las Casas sich