Band 
Achter Band.
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ins Land Cinaloa. Im Jahre 1680 leiteten die Jesuiten in Me-xiko sechzig Missionen, die zu unablässigem Kampfe mit der Un-beständigkeit der Eingcbornen und dem Mißtrauen der Spaniergenöthigt, stets strebten, die Sklaverei niederzuwerfen, schon weilsolche ihre Fortschritte hemmte.

Spaniens Könige übten hier, wie schon bemerkt, die um-fassendste kirchliche Jurisdiktion, ernannten zu Bcncfizien undAemtern, trieben Handel mit Bullen und Ablässen, der eine ihrerHauptgeldquellen geworden; keine Bulle durfte erlassen werden,ohne die Approbation des Rathes von Indien. Doch hatte ander-seits der Klerus in den Kolonien nicht wie in Europa mit derweltlichen Autorität zu kämpfen, sondern konnte seine ganze Wirk-samkeit auf die Hebung der eingcbornen Stämme, auf ihre Der-schmelzung mit den neuen Ankömmlingen verwenden, wie er inEuropa zwischen den Unterworfenen und den Eroberern gethan*).In der Kirche und durch die Kirche begründete er das Prinzipder Gleichheit, gebrauchte das Evangelium zur Vernichtung desdreifachen Vorurtheils, der Natur, des Aberglaubens und derZeit, und ordnete, indem er sich daran betheiligte, den Widerstandgegen die Ein- und Uebergriffe des Mutterlandes. Selbst dieLegenden mußten dazu helfen, die Indianer in der öffentlichenMeinung zu heben; einem von ihnen war die Madonna auf demBerge Guadalupa in Mexiko erschienen, der als ein Hciligthumei» Asil der Besiegten ward; der selige Palafox y Mendozarettete den verschmachtenden Indianer, der ihn begleitete, indem

*) Humboldt und fast alle neuer» Reisenden gestehen zu, daß dieIndianer in den spanischen Missionen durch die langjährige Sorge ihrerSeelenhirten einen Grad von Civilisation und Arbeitsfähigkeit erlangthatten, welcher den Eingebornen in den englischen Kolonien gänzlich fehlt;Humboldt behauptet sogar, daß Dank den Bemühungen der MissionäreNeuspauien im Allgemeinen heut zu Tage mehr bevölkert sei als vorder Ankunft der Europäer, (klssai sur la bt. k!. t. II.) Derselbe sagtferner („Reise in die Aequinvctial-Gegenden des neuen Continenls inden Zähren 1799—1804"): „Nach dem langen Aufenthalte, welchen ichin den südamerikanischen Missionen machte, nachdem ich das Gute undSchlimme ihrer Einrichtungen in der Nähe gesehen, muß ich sehrzweifeln, daß es so leicht sein dürfte, die Verfassung derMissionen aufzugeben, welche gar leicht vervollkommnet und derUebcrgang zu einer andern, unseren Begriffen von bürgerlicher Freiheitangepaßteren werden kann."

D. B.