Band 
Achter Band.
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die Ausdrücke, welche unter mehreren Völkern gang und gäbe zusein schienen, bildeten hieraus eine gemeinsame Sprache und er.fanden, um solche schreiben zu können, ein Alphabet"). Ver.mittelst ihrer Geduld und Ruhe, ihres Glaubens und ihrer Liebe,ihrer großen und tiefen Kenntniß der menschlichen Natur gelanges ihnen, den barbarischen Geist dieser Wilden, welche bisher dieCivilisation nur aus den Unthaten und der Tyrannei der fremdenEindringlinge kennen gelernt, zu bändigen und zu besiegen.

Längst hatten die Jesuiten das, wenn man will ehrgeizigeVerlangen gehegt, an einem im Innern der neuen Welt gelege-ncn Land zu versuchen, ob es möglich, dasselbe mittelst des Chri,stenthums zu civilisiren, ohne daß es durch'S Schwert verheertworden. So fingen sie damit an zu fordern, daß die Indianer,die sie unter ihrer Leitung vereinigen mochten, frei sein sollten.Allein wenn auch vermöge ihres großen Einflusses diesem Gesuchwillfahrt wurde, so bedurften sie doch jener ganzen Gewandtheitund Ausdauer, derentwegen die Welt sie anklagt, um den Klagender Kolonisten zu begegnen, welche die Sklaverei beibehaltenwissen wollten, um es durchzusetzen, in den Einöden Märty.rer der Freiheit und der Gesittung zu werden. Besonders thätigerwiesen sie sich bei den Guavanen, den Bewohnern der ProvinzGuahiro, einem stumpfsinnigen, abergläubischen Volke, das aber,weil ein ackerbautreibendes, seinem heimischen Boden zugethan,mit Hartnäckigkeit der Vergewaltigung der fremden Eindring.linge widerstrebte und demgemäß von der Rohheir der Spanierund Portugiesen besonders schwer zu leiden hatte. Zu diesemVolke nun kamen die Väter, brachten Schutz gegen die Henkerund minder beschwerliche Arbeit und legten hier die ersten Grund,steine ihrer denkwürdigen Republik. Schon hatte der Franzis-kaner Bolanos, der Schüler des heiligen FranziScus So.lano, eine kleine Gemeinschaft gegründet; die Jesuiten bedienten

6) „Jede von den drei Sprachen, welche gegenwärtig in den Provinzen vonCumana und Barcelona am weitesten verbreitet sind, die Chaymaö-,Cumanavolen- und Caraibensprache, hat ihr Wörterbuch, das, zum Ge-brauch der Missionen, durch die P. P. Taufte, Ruiz-Blanco undBreton verfertigt ward." — „Wäre das System der Jesuiten befolgtworden, so würden Sprachen, die bereits schon weit verbreitet sind, bei-nahe allgemein geworden sein." A. v. Hnmbvldtts Reise in die Ae-qninoctial-Gegenden des neuen Conlinents in den Jahren 1799—1804.

D. B.