Band 
Achter Band.
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Der Leute Kleidung war einfach, doch malerisch; die Männertrugen WammS und weite Beinkleider, nebst dem Pomho, einemlangen, an den Seiten geöffneten Tuche mit einem Schlitz in derMitte für den Kopf, so daß die beiden Hälften nach vorn undhinten niederfielen; die Weiber Röcke von gestreifter Baumwolle,langes wallendes Haar und bunte Arm. und Halsbänder. Allesahen gesund, zufrieden, glücklich aus. War die Arbeit vollendet,so läutete die Glocke zur Abcndkirche. Ein eigenthümlicher Zugbetrat das Dorf. Es waren die älteren Kinder, welche unterFlötenmusik von der Feldarbeit zurückkehrten, das Bild ihresSchutzheiligen vor ihnen vorgetragen. Sie umarmten ihre Mut-ter, herzten ihre kleinen Geschwister, worauf die ganze Bevölke-rung nach der Kirche eilte. Hier war aller Reichthum und allePracht verschwendet, welche die vereinten Bemühungen der Je.suiten nur herbeischaffen konnten. Für sich selbst verlangten siekeine Reichthümer, allein die Gotteshäuser auf'S Beste auszu-schmücken war ihre Freude. Viele der Verzierungen in denKirchen der Reduktionen trugen den Stempel des Ursprünglichenund Natürlichen. ES fehlte keineswegs an Vergoldungen undSkulpturen, doch die charakteristischsten Zierarten waren diegroßen Straußeneier auf dem Altare, die reichen, um die hol.zcrnen Säulen gewundenen Guirlanden von frischen Blumen.

Der musikalische Theil des Gottesdienstes war schön über

ethnographische Schilderung von Moriz Bach, Sekretär der boliviani-schen Provinz Otnqnis. Herausgegeben von Dr. Kriegk, Leipzig 1843,"welche das Ergebniß der an Ort und Stelle genommenen Anschauungenist, deren Verfasser weder Katholik noch gar Sympathien für die Jesui-ten hat. Ferner des Abbe Raynal „Gemälde von Paraguay unterden Jesuiten," welche Schrift um so unverkennbarer den Stempel derWahrheit und innern Ueberzeugung trägt, als Raynal kein Freunddes Jesuitenordens, der ihn in früheren Jahren wegen seinen öffentlichgeäußerten irreligiösen Grundsätzen ausgestoßen hatte, sein konnte. Seine„Ulistoli'c pliilosvpk'igno llu eomnieres et llos etablissemonts llosKuropeens ilans los eleux. Inäes", dasselbe Werk, worin er dem Wirkender Jesuiten in Südamerika ein so schönes Denkmal errichtet hatte,ward von dem Pariser Parlament verboten, angeblich wegen den darinenthaltenen anlimonarchischen Grundsätzen, wohl aber nur deßhalb, weilder Verfasser darin wider Erwarten mit den größten Lobeserhebungenvon einem Orden sprach, den dieser Gerichtshof mit dem ingrimmigstenHasse verfolgte.

D. B.