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Früchte prachtvoll; da findet man die Myrrhe mit silbernerRinde; der KokuSbaum, höher als in Indien, liefert eine vor-treffliche Milch, das Farnkraut erhebt sich zu Bäumen, die dieHöhen krönen; das Eisenholz liefert ein treffliches dauerhaftesMaterial. Kostbare, Edelsteinen ähnliche Früchte hängen zuTausenden an den schönen Aesten deS Aeajababaumes, derenBlüthen und Harz den Balsam liefern; der Bananenbaum liefertbei höchst geringer Pflege ein köstliches Nahrungsmittel. AnfangsVera-Cruz genannt, erhielt später daS Land den Namen Brasi-licn, nach der einer glühenden Kohle (portugiesisch drnsn) ähn-lichen Farbe deS hier in Menge vorhandenen Brasilicnholzes.Statt der Hausthiere gab es im Uebcrflusse Wildprct, Fische,Affen, aber auch reißende Thiere und gefährliche Reptilien; dieVogel sind von wundervoller Schönheit, wie z. B. der Paradies-vogel, der Kolibri und Arara bis zu den Straußen und Geiern.Nichts kommt der Pracht der Schmetterlinge gleich und mancheLeuchtkäfer werfen einen solchen Glanz, daß man in der Dunkel-heit lesen kann. Muscheln findet man offen daliegend in solcherMenge, daß sie bis zum heutigen Tag daS Land mit Kalk ver-sorgten; als Grund hiefür wird angegeben, daß die Urbewohnerkeiner andern als dieser Nahrung sich bedient hätten.
Von den Urbewohnern, mit tiefbrauner, in'S Röthliche spie-lender Hautfarbe, hatten die Stämme zwischen dem Amazonen-und Laplatastrom einen wilden Charakter. Die ersten Bewohnerder mittleren Küste, die ihre Todten aßen und von der Jagdlebten, waren in sechsundsiebenzig Stämme getheilt, die etwahundert Sprachen redeten*); ihre Einrichtungen waren nichtminder roh wie ihre Religion. Sie wurden vertrieben von denTupi, einem Ackerbau treibenden, in sechzehn Stämme zerfallen-den Volke, unter dem die Tupinambcn, minder braun als dieandern, mit etwas Barthaar, großem Körperbau und bedeutenderKörperkraft das Uebcrgcwicht erlangten. Dieselben malten ihreLeiber schwarz und gelb und hingen in ihre gespaltenen LippenKnochen und Steine; Federn und Muscheln waren ihre Haupt-zierathen; zuweilen rieben sie ihren Körper mit einer kleberigen
*) Dieses sagt Vasconcellos, ein genauer Beobachter. WerthvolleNotizen über die Ureinwohner Brasiliens findet man im koteiro, einen,Manuskripte aus der Pariser Nanonalbibliothek, welches dem Fran-cesco da Cunha zugeschrieben wird-