Band 
Achter Band.
JPEG-Download
 

1380

wurden; man wies diesen vierzig bis fünfzig LeguaS längs derKüste an, ohne die Breite nach dem Innern näher zu bestimmen,und verlieh ihnen eine sehr umfassende Zivil- und Kriminal-Ju-riSdiktion nebst der Obmacht, niedere Lehen zu schaffen, wobeider König sich nur daS Recht der Begnadigung bei Todesstrafe,das der Prägung deS Geldes und der Einziehung des Zchentenvorbehielt.

Zwei Brüder Sousa erlangten zuerst Conzessionen der Art;AlphonS ließ sich auf der Insel St. Vinzenz, Lopez auf St.Amar und Tamarica nieder; allein in beständigen Kämpfen mitden Eingebogen ward letzterer daS Opfer derselben. Es wurdennun noch mehrere Capitancrien gegründet und viele Personen,insbesondere Juden und solche, die sich der Inquisition entziehenwollten, zogen nach Brasilien. Der Maragnon wurde als GränzeBrasiliens angenommen und aus den rechts vom „süßwasserigen"Meere gelegenen Ländern eine Capitanerie für den Geschicht-schreiber Juan de BarroS gebildet. Solchergestalt schenkteein kleiner König Europa's einem Geschichtschreiber ein zwei.ja dreifach größeres Gebiet als er selber beherrschte. Die SöhneBarroS' aber, die sich mit einem Haufen Abenteueret einge-schifft, um von ihrer Souveränetät Besitz zu ergreifen, littenSchiffbruch und kamen elendiglich nach Europa zurück, wo ihrVater den zwar wenig einträglichen, aber ehrenvollen Berufeines Historikers fortsetzte.

Die Angriffe der Wilden, die Gewaltthaten der Europäer,die wechselseitige Eifersucht der Statthalter? die unabhängigenFürsten glichen, und etliche romantische Abenteuer füllen die Ge-schichte jener ersten Jahre der Oceupation Brasiliens, währendwelcher Portugal dessen Wichtigkeit gänzlich zu verkennen schien.Erwähnenswerth unter jenen Abenteuern ist die Geschichte deSPortugiesen Diego Alvarez, welcher in einem Schiffbruchenördlich von Bahia verschlagen, einen Theil seiner Gefährten inden Wellen versinken, einen andern von den Wilden verspeistwerden sah, in deren Hände auch er gerathen; er sah sich ver-loren, machte aber den Versuch, die Wilden zu überzeugen, daßer ihnen nützlich werden könne. Es glückte ihm, auö den Trüm-mern seines Schiffes einige Gegenstände an'S Ufer zu bringen,unter anderm eine Büchse und mehrere Pulverfäßchen, durchderen Gebrauch er das Staunen und die Bewunderung der Wil-den erregte. Sie gaben ihm den Namen Caramuru, d. h. Feuer-'