Erstes Kapitel.
Deutschland und der Dreißigjährige Krieg.
Ferdinand l.
Hatte die Reformation alle Länder, in welche sie eingedrun.gen war, unterwühlt oder doch beunruhigt, so mußte das Land,das ihre GeburtSstätte gewesen, von diesen Wirren am meistenheimgesucht werden. Karl V hatte seine Erbstaaten mit seinemBruder Ferdinand getheilt, welcher, König von Ungarn durchseine Gemahlin, und von Böhmen durch Wahl geworden, sich be.strebte, in beiden Ländern vermittelst der Einschränkung der Prt.vilegien die königliche Macht zu befestigen. Johann Zapolyahatte, wie früher berichtet worden*), den ungarischen Throndem Kinde Johann SigiSmund unter der Regentschaft sei.ner Mutter Jsabella und deS Georg Marcinuzzi hinter,lassen (1540). Dieser Letztere, Bischof von Großwardein, eindurch hervorragende Eigenschaften ausgezeichneter, zugleich sehrehrgeiziger Mann, hatte dem jungen Könige seine Krone zu er-halten vermocht, aber allerdings nur dadurch, daß er zuletztUngarn alS Vasallenstaat der Pforte unterwarf. Ferdinandseinerseits nahm aber gleichfalls keinen Anstand, um König vonUngarn zu heißen, sich zum Tributpflichtigen deS Erbfeindes derChristenheit zu machen. Der Sultan benutzte diese Verhältnisse,um den jungen König mit seiner Mutter nach Siebenbürgen zuverbannen und Ungarn mit seinem Reiche zu vereinen. Marti,nuzzi, der in Siebenbürgen nicht so unumschränkt herrschenkonnte, wie er wollte, verständigte sich mit Ferdinan d und vcr-
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