Band 
Zehnter Band.
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half ihm dazu, dieses Land und Ansprüche auf die ungarischeKrone zu erlangen, wie er ihm überhaupt fortan im Kriege wieim Frieden erhebliche Dienste leistete. Diesen Diensten verdankteFerdinand, daß er endlich Ungarns Krone für in seinem Hauseerblich erklären konnte, so daß der Landtag nur noch die Wahlder Person haben sollte (1547). Martinuzzi erhielt zur Be-lohnung den Cardinalshut; alö er aber dann sah, daß Ferdinand,von den deutschen Angelegenheiten in Anspruch genommen, nichtan die Vertheidigung Ungarns gegen die Türken dachte, bot eralS Statthalter von Siebenbürgen die Einwohner dieses Landesgegen den Feind auf und mahnte zugleich aufs dringendste denKönig um Hülfe. Der österreichische General Castaldo, welcherdem Angriff deS Paschas von Ofen und Belgrad begegnete, faßteindessen den Argwohn, Martinuzzi stehe in heimlichem Ein.Verständniß mit den Türken und verschaffte sich von Wien ent-sprechende Verhaltungsbefehle. Er ließ den Cardinal ermorden(1551). Julius 111, überzeugt, daß die That auf bloßen Ver.dacht hin oder gar aus Verlangen nach dem dem Cardinal zuge.schriebenen Reichthum und nicht ohne Wissen des Königs ge.schehcn, hielt demselben daS von ihm dem Ermordeten, bei dessenVorschlag zum Cardinarat, gespendete große Lob vor und ver-hängte über ihn den Bann. Da der König sich dem Sprucheunterwarf und KarlV beim heiligen Stuhle Fürbitte einlegte,wurde später der Bann wieder von ihm genommen. Inzwischenhatte sich Siebenbürgen empört und von der österreichischen Herr.schaft frei gemacht; Ungarn konnte Ferdinand nur als Lehender Pforte behaupten.

Böhmen ward durch energische Maßregeln zum Gehorsam ge.bracht. AlS Ferdinand jedoch den Erzbischof von Prag wie.der einsetzte und ohne Zustimmung der Stände ein Heer zurUnterstützung seines Bruders gegen den schmalkaldischen Bundaufstellte, erhoben sich die Calixüncr gegen ihn. Aber die Mühl-bcrger Schlacht machte sie verzagt, während Ferdinand ihreUnbotmaßigkeit mit Strenge ahndete. Er ließ Prag mit KriegS.volk besetzen, dessen ungeachtet brach bei seinem Einzüge einheftiger Aufstand aus. Derselbe ward mit Waffengewalt gebro.chen, und Ferdinand entbot die um Gnade flehenden Bürgeraufs Schloß. Ihrer viele und die RathSherren fanden sich ein;sie wurden gefangen gehalten, bis sie alle Urkunden über die mitdem gefangenen Kurfürsten von Sachsen geschlossenen Bündnisse,