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konnte. Zudem war/ was fortwährend in Böhmen sich zutrug,nicht eine vereinzelte Erscheinung. Dieselbe Gesinnung waltetegleichzeitig in den inkorporieren Ländern vor; sie bewegte einenTheil der Ungarn zu verwandten Bestrebungen; in Oesterreichhatte sie solche Macht gewonnen, daß auch dort der scheinbarsteZwischensall zu ähnlichen Auftritten Veranlassung geben konnte*).
— Unter dem Vorgeben, der MajestätSbrief sei bedroht, verkam,melten sich die evangelischen Stände in Prag; es ward ein AuS.schuß aus dem ganzen Lande (zwei Männer aus jedem der dreiStände jeden Kreises) zusammenberufen und in Eingaben an dieStatthalterschaft und an den Kaiser Beschwerde erhoben überdie Verletzung der Freiheiten und deS Majestätsbriefes. DerKaiser wies die Beschwerde alS ungegründet zurück**). Die Gäh.rung stieg aber immer mehr, weil das Volk von der Kanzel be.arbeitet, der Adel von Tburn aufgereizt wurde. Endlich be.schloß dessen Partei, durch einen Gewaltftrcich den Riß zwischenBöhmen und dem Kaiser unheilbar zu machen. Am 23. Mai 1618
— an demselben Tage, an welchem Matthias vor sieben Jahrendurch Hülse der nämlichen Wortführer die dem Bruder abgedrun.gene Krone auf's Haupt gesetzt worden erschien ein Ausschußder Stände, von Bewaffneten begleitet, auf dem Präger Schlossevor den Statthaltern. Vier der Letzteren waren zugegen: Adamv. Stern borg, Oberstburggraf, der hochbctagte Malteser Groß.prior, Diepold v. Lobkowitz, Gras Slawata und GrafMartini;. Letztere Beiden hatten noch in Rudolfs TagenAbneigung gegen die Reformation dadurch an den Tag gelegt,daß sie sich weigerten, der ständischen Sitzung beizuwohnen, in
") Hurter, a. a. O. D> B.
„Der Buchstabe des Majestätsbriefes bestand hier klar: „Im Fall euchjemand aus den vereiniglen dreien Ständen dieses Königreichs subutraguo außer den bisherigen Kirchen- und Gotteshäusern »och andereerbauen wollte, so könnten dieses „der Herren- und Mittelstand alß auchdie Präger, Knttenbergcr und alle andern Städte gesambt" ohne Ver-hinderung thun."— Hier war aber nur die Rede von den Ständen,kein Wort aber von den G nt s un te rth an c n , wie dieses überhauptdem Neichsgebrauch widersprach. Nun behaupteten zwar die Böhmen,die geistlicher Herrschaft unterworfenen Städte seien gleich den königli-chen anzusehen und müßten dieselben ständische Rechte besitzen gleichdiesen; so war doch die Willkürlichkeit dieser Interpretation gar zu will-kürlich." Bensen, a. a. O. D. B.