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tigken sich, in schneidendem Widerspruch mit ihren Manifesten,der Regierung und der königlichen Güter, stellten 30 Direktorenzur Landesvertheidigung aus, sammelten Truppen unter ThurnsOberbefehl, knüpften Verbindungen an mir den glaubenSver.wandten Rrichsfürften, mit den österreichischen Ständen, mitUngarn, sogar mit den Türken*). Der Erzbischof von Prag,der Abt von Braunau und die meisten Prälaten wurden verbannt;die Jesuiten durften unter den Verbannten natürlich nicht fehlen.In dem sie betreffenden Dekrete heißt es u. A.: „ES ist Jeder-mann bekannt, welch großen Gefahren dieses Königreich seil Ein.führung der scheinheiligen Jesuitensekle ausgesetzt gewesen, undwelches Unglück seit dieser Zeit über unS ergangen. Dies alles
ter dem Scheine des Gewissens unterfangen, auch in politischen Dingeuder Obrigkeit ihre Autorität zu entziehen. Nicht damit zufrieden, hättendie einzelnen Länder gemeinschaftliche Sache gemacht, damit, wenn dieLandesherren nicht nach.ihrem Gefallen handeln wollten, sie bei ihren Con-föderirten und Glaubensgenossen Hülfe fänden. Zunächst sei der StändeStreben dahin gerichtet, das Einkommen des Landesherrn möglichst zuschmälern, indem sie dasselbe auf die Kammergüter beschränkten und ihreBewilligung eines Zuschusses zu Kriegsnöthen und andern Lebensbe-dürfnissen von einem fürstlichen Revers abhängig machten, daß derselbeZuschuß nur eine freiwillige Gabe sei, wodurch der Landesherr öfterssich gezwungen sähe, überdies unbillige Forderungen zu bewilligen. Nichtdamit sich begnügend, unternehme es der Adel, auch die Kammergüter,Städte und Unterthanen unter dem Verwände des Gewissens und derchristlichen Liebe und Freiheit an sich zu ziehen, so daß diesem Nichtsmehr übrig bliebe als einige Schlösser und etwa geistliche Güter undKlöster. So nun die Obrigkeit wirklich von Gott, so müßte dieses Be-ginnen der Unterthanen vom Teufel sein. Ebensowenig wie dieses aberkönne auch die bisherige Nachsicht der Obrigkeit Gott wohlgefällig sein.Gewiß daher sei die Frevelihat der Böhmen von Gott verhängt oder zu-gelassen worden, damit der Kaiser vor aller Welt entschuldigt wäre,wenn er jetzt auf einmal sich und sein Haus dieses Zoches sich zu ent-ledigen und seine ihm gebührende Autorität wieder herzustellen strebte.Dabei werde er Gott und jede christliche Obrigkeit auf seiner Seitehaben, die ihr Ansehen bewahren wolle. Im schlimmsten Falle sei esbesser, mit Ehren Alles zu verlieren, als dieses mit eigner Zustimmung,wie bisher. Daher müsse man einen Entschluß fassen und unbedingt zuden Waffen greifen. D. B.
*) Der Erzbischos von Gnesen erwiderte den Böhmen: „wenn dieses nichtrebelliren sei, so werde es niemals unter der Sonne eine Rebellion geben."