Band 
Zehnter Band.
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mußten wir Stände, sowie auch unsere Unterthanen, in Geduldertragen, und sogar Vermögen und Leben aufopfern. Da wirnun in Erfahrung gebracht, daß der erwähnte giftige Jesuiten,orden allein die Hauptursache aller dieser Unordnungen sei, daßer sich unaufhörlich bestrebe, den römischen Stuhl allmächtig zumachen, und alle Königreiche und Länder des Erdbodens seinemJoch zu unterwerfen, daß er alle Kräfte aufbiete, die Fürsten zuentzweien, die Herren gegen ihre Unterthanen, und die Unter,thanen gegen die Herren aufzureizen, sowie auch unter den Stän.den derjenigen Länder, wo verschiedene Religionen herrschen,Aufruhr und Feindschaft zu stiften, daß er sogar jedem Böse-wicht erlaube, Könige und Gesalbte GotteS zu ermorden (.'): sohaben wir nach dem Beispiele anderer, selbst katholischer Fürsten,welche diese gefährliche und aufrührerische Sekte um der innernRuhe und Sicherheit willen verbannten, den Beschluß gefaßt,die Jesuiten aus diesem Königreich zu entfernen"*).

*) M. 2- Schmidt, der katholische Schriftsteller, der Priester, vollJesuiten gebildet, weiß in seiner „Neuen Geschichte der Deutschen" überdiese Schmähungen und über die Vertreibung nichts weiter zu sagen,als daß sie unklug gewesen! Daß Hiebei Recht und Wahrheit verletztworden, wiesen die Betroffenen selber den Böhmen nach in einer Ant-wort auf das Verbannungsdekret. Hier heißt es: Die Stände sulintraqne könnten ihre Richter nicht sein, weil die Jurisdiktion im König-reiche allein von dem Könige, in Gemeinschaft mit den drei Ständen,nicht von den letzten, allein, oder gar, wie jetzt, von dem utraquistischenTheile desselben, ausgeübt werden dürfe, am allerwenigsten aber gegenden bestimmten Befehl des Königs, als von Richtern in eigener Sache,und ohne die Gegenpartei nur zu hören. Der Vorwuri, daß die JesuitenUnruhen angestiftet, sei derselbe, welcher dem Herrn selbst und seinenAposteln von den Juden und Heiden gemacht worden. Man könn«nicht läügnen, daß die Verkündigung der wahren Lehre dadurch, daß dieUngläubigen und Gottlosen ihr widerstreben, Uneinigkeiten veranlasse...Darum aber könne man dem Herrn und seinen Aposteln die Schuld deraus der Religion entstandenen Zerrüttungen und Empörungen nicht bei-nieffen. In gleichem Falle befinde sich der Orden, der besonders indiesen nördlichen Ländern mit Lehren, Dispuiiren, Predigen, Ermähnenund Schreiben alles dahin richte, daß die wahre Religion erhalten undfortgepflanzt werde. Doch sei es ganz untriftig, denselben zum Urheberder kirchliche» Unruhen zu machen, von welchen dieses Königreich heim-gesucht worden sei. Lange vor Entstehung und Einführung der Jesuitenhabe der Abfall vom wahren Glauben das Land mit Aufruhr undBlutvergießen erfüllt; diejenigen aber, welche deshalb die Vertheidiger

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