Band 
Zehnter Band.
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vorzugehen und in Oesterreich einzufallen, wo sich Ferdinandden Ständen gegenüber in der höchsten Bedrängniß befand. AusMähren herangezogen, stand Thurn bereits vor den Thorendesfast schutzlosen Wien, versäumte aber den günstigen Augenblicküber Unterhandlungen mit den Ständen wegen einer Confödera.tion, welche jene ihrerseits vom Könige unterschrieben habenwollten. „Die immer gewaltiger sich nähernde Gefahr hinderteFerd in'and nicht, öffentlich zur Kirche zu gehen, bei den Ver-theidigern die Runde zu machen. Mit der Gefahr wuchs seineSeelenstärke. Sein Reich war in diesem Augenblicke die Burg.Selbst in dieser durfte, der böhmischen Kugeln wegen, die Rit.terstube nicht mehr betreten werden, war deS KönigS ArbeitS-zimmcr nicht gesichert. Da kamen am 10. Juni aus UngarnWenzel Thurzo und Peter Revai, um ihm anzuzeigen:auch die Ungarn hätten das alte Verbündniß mit den Böhmenwieder aufgerichtet. Gleich als wäre nirgends sein Ansehen an-gefochten, als übte er seine Königümacht in voller Ruhe, ließ erdenselben bedeuten, sie möchten stracks nach Hause kehren, ob sieAntwort erhalten hätten oder nicht. TagS zuvor hatte er denunkatholischen Landleuten gesagt: wie sie zu ihrer Sicherstellungein Vertheidigungswerk einrichten könnten, sehe er nicht ein; erbegehre es zu wissen, ob dieses von den gesummten Ständen odernur von einem Theil derselben ausgehe? — In solcher allseiti-ger Bedrängniß hatte er einen einzigen Nathgcbcr, einen Ein-zigen, dem er sich anvertraute — seinen Erlöser, vor dessen Bilder sich niederwarf, von dem er, mit vollem Vertrauen, nicht ver-lassen zu werden, jedesmal sich erhob... Am 11. Juni erschienensechSzehn unkatholische Landleute UntcrösterrcichS stürmisch in desKönigs Vorzimmer, um eine Erläuterung über ihr Defensions-werk zu übergeben. Unter ihnen trat besonders Andreas Thon-rädel, Herr zu Oberassing, hervor. Der böhmische Krieg, fuhrer den Landesherr» an, sei wider ihre Freiheiten, ohne ihrenRath, Wissen und Willen begonnen worden. Schon seinen Vor.fahr hätten sie um einen Vergleich gebeten, ohne Berücksichtigungzu finden. Nochmals bäten sie um gütliche Uebereinkunft. DieUngarn, welche nach Böhmen gezogen worden, verlegten sich nurauf das Plündern und Verheeren des Landes. Weshalb er der.gleichen Kricgsleutc nicht bestrafte, vielmehr in die Burg sie ein.führe, zusähe, wie sie aller Zucht spotteten? Eine Verbindungdev Erblande sei keine Neuerung, dieselbe von Matthias schon