Band 
Zehnter Band.
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Jugendfreundes sich zurückhaltend oder doch beobachtend bewiesen.Indem Johann Georg von Sachsen sich auf die Seite derdrei geistlichen Kurfürsten stellte, waren alle Anstrengungen, denunter bedenklichen Umständen mit seltenem Muthe sogar persön-lichen Gefahren entgegentretenden Ferdinand von der Wahlauszuschließen, vergeblich. Am Wahltag — 1619, 28. August —stimmte zunächst Trier, da Mainz die Stimmen sammelte, fürFerdinand, nachdem er auch Bayern und den Erzherzog Alb.recht, als der Kaiserkrone würdig, genannt hakte; Köln erklärte,sein Bruder, der Herzog von Bayern, suche die Würde nicht undstimmte gleichfalls für Ferdinand. Darauf verlas der pfäl.zische Gesandte ein langes, von Friedrich selbst geschriebenesVotum Pfalz fand auch den König. Ferdinand, den Erzher.zog Albrecht, den Herzog Maxim ilian der Krone fähig, nannteaber außer diesen noch Kursachsen, Dänemark, Savoyen undstimmte endlich für Bayern, „alS einen erfahrenen, beständigenund friedfertigen Fürsten, der sein Land in gutem Friedensstandhabe und mit keinem Kriege implicirt sei", nicht „aus widrigerAffection gegen einen oder den andern aus den übrigen, vielweniger gegen das Haus Oesterreich, welches seines Kurhausesgute «Mein verhoffentlich in der That vielfältig verspüret, so»,dern einzig, wie er die Sache nach seinem Eide und seiner Pflichtverstehe... Da aber die iHnjorn, auf König Ferdinand obgcdacht,oder den Erzherzog (Albrecht) fallen, und dafür gehalten werdensollte, daß ohne Abbruch der freien Wahl diese Dignität beiEinem Hause länger zu lassen, so habe er gar keine Privatursach,eS einem oder dem andern zu mißgönnen, sondern er gedenke sichaus solchen Fall aller Gebühr zu bezeugen" *). Auch Sachsenund Brandenburg, letzteres mit dem Hinzufügen, weil man ver.nehme, Bayern wünsche die Würde nicht, kürten König Fer-dinand. Ebenso stimmte Mainz. Nochmals befragt, Erklärtenun der pfälzische Gesandte, er habe Befehl, sich der Mehrheitanzuschließen. Zuletzt wandte sich der Reichserzkanzler an denKönig: was er hiezu sage? Würdig erwiderte Ferdinand mirwenigen Worten: „Da die Stimmen auf ihn gefallen, nehme erdie Krone mit Dank an, Willens, unter Gottes Beistand so zuregieren, daß Kurfürsten, Fürsten und Stände wohl zufrieden

*) Geheimer Bericht von der römischen KönigSwahl Ferdinands »l. inMvser, Patriot. Archiv, Vtl D. B