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sein würden". Freudig, „als ging'S zum Tanz", beschwor'er so-dann die Wahlcapimlarion*). Am 9. September erfolgte dieKrönung.
Ferdinand II. 1619—1637.
„Der beharrlich erschwerte, nach mancherlei vorangegangenenUmtrieben dennoch widerspruchslos erfolgte AuSgang der Wahldürfte das Prototyp von Ferdinands ganzer RegierungSzeitgenannt werden — Sonnenblick nach Wetterwolken"*).
Kaum war die Wahlhandlung beendigt, als das Gerücht sichverbreitete, der Neugewählte habe seine böhmische Krone ver-loren. In der That hatten die böhmischen evangelischen Ständemit denen von Mähren, Schlesien, der Lausitz, sogar von Ober-und Niederösterrcich zur gemeinsamen Vertheidigung iihrer bür-gerlichen und religiösen Freiheiten sich verbunden, ihren Königaller Ansprüche auf den Thron für verlustig erklärt (18. August)und dem Kurfürsten Friedrich V von der Pfalz die Kroneübertragen (26. August). Dieser hatte sich eifrig um diese Kronebeworben und dieselbe somit demjenigen geraubt, welchen er,wenn auch mittelbar, als Kaiser anerkannte. Willenlos hatte dercharakterschwache, lebenslustige eitle Fürst sich von Christianv. Anhalt und seiner ehrgeizigen Gemahlin, der britischen Kö-nigstochter, in die unheilvolle Bahn drängen lassen. Da indeßdie Mehrzahl der unirten Mitstände, das Kurfürstcnkollegium undsogar seine Räthe ihm die Annahme einer von Rebellen gebotenenKrone widerriethen, so gelang es jenen mit Hülfe des Morizv. Oranien und deö Bethlen Gabor nur mit Mühe zuverhindern, daß Friedrich nicht zurückgetreten wäre. Als ervon Heidelberg aufbrach, rief ihm seine Mutter beim Abschiedezu: „Du trägst die Pfalz nach Böhmen
Während Friedrich die böhmische Krone, welche übrigensdurch das von den Ständen entworfene Grundgesetz zum Schar,trn geschwunden, im Vorzug vor Savoyen und Dänemark, denhauptsächlichsten Mitbewerbern, erlangte (4. November), war esdem listigen Bethlen Gabor gelungen, sich Ungarns zu be-mächtigen; er drang bis Wien vor, und Bucquoi mußte, umOesterreich zu schützen, Böhmen verlassen; Thurn folgte ihm
«) Moser, a. a. O- D. B.
**) Harter, Geschichte Kaiser Ferdinands II, Bd. I. Schaffhausen 18S7.