Band 
Zehnter Band.
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bürg (Dezember) kräftigste Hülfe, während die Union, gleich-zeitig zu Nürnberg tagend, und das Bild kläglichster Schwächebarbierend, für Friedrich so gut wie nichts that. Uneinigkeitund Neid, welche in der deutschen Geschichte eine so gewichtigeRolle spielen, trugen hauptsächlich hierzu bei, nicht unwesentlichaber auch das geschickte Benehmen eines in Nürnberg als kaiser-lichen Gesandten sich einsendenden ReichShofraths.Prästdenten,Grafen Joh. Georg von Hohen zollern*).

Diesen sich für seine Sache so bedenklich anlassenden Ver.hältnissen gegenüber verhielt sich Friedrich so leichtsinnig alsunklug. Die Verschwendung bei den unaufhörlichen Festen, selbstan heiligen Tagen, erregte großes Aergerniß unter dem Volke,das an eine würdige Haltung seiner Könige gewohnt war. Daöleichtfertige, französisch carrikirte Hofgesinde auS der Pfalz be.spöttelte die altvaterischen Gewohnheiten, den sparsamen Haus.halt, den Ernst des böhmischen AdelS, dem hinwieder die unschicklich

schöne Veranlassung boten. Ein ernster, unermüdlicher, überall selbstwirkender, alle Vergnügungen »nd Erholungen der Arbeit hintansetzenderFürst, faßte er bei aller Willfährigkeit gegen die gefährdete katholisch«Sache, welcher er mit wahrer Innigkeit und Wärme zugethan war, dochzweierlei in da« Auge, was man die bewegenden Kräfte seines lange«Regimentes nennen dürste: Sicherstellung seiner Geldkräfte, sodann dieErweiterung seines Gebiets. Darum hat er im Hinblick auf diese als-bald für jene hypothekarische Einräumung eroberter Landstrecken die Be-deutung einer vollberechtigten in Anspruch genommen, worin ihm vondem Kaiser ebenfalls willfahrt wurde. Zst dann seinerseits nicht inAbrede zu stellen, daß Ferdinand seine Rettung und die Erhaltung sei-nes HanseS neben den Anstrengungen der Liga vorzugsweise der Klug-heit, der Thatkraft und der Beharrlichkeit des Herzogs v. Bayern zuverdanken hatte, so dürfen wir anderseits nicht vergessen, daß von allenkatholischen Fürstenthümern Deutschlands Bayern das einzige war, wel-ches erhöht und erweitert aus dem dreißigjährigen Kampfe hervorgegan-gen ist, da sonst aller Gewinn auf Seite derjenigen fiel, welche densel-ben so freventlich begonnen, so hartnäckig festgehalten haben." Hurter,a. a. O.

*) Derselbe wußte mit seltener Geistesgegenwart die Hoheit seines Herrnzu behaupten. Bei seinem Eintritt in den Saal saß der Pfälzer untereinem Thronhimmel, zu dessen Linken stand ein Stuhl für den kaiser-lichen Botschafter. Bei Hohenzollerns Eintritt gingen alle Anwesenden,auch der Kurfürst ihm entgegen und rasch setzte sich der Botschafter nebenden Thronhimmel, den Stuhl dem Kurfürsten überlassend.