Band 
Zehnter Band.
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und vereinigte sich mit Bethlen. Ferdinand aber/ der aufUmwegen wegen der in allen Erbländern tobenden oder drohen,den Empörung von München aus Graz erreicht hatte/ blieb un.erschüttert/ und wirklich trat fast wunderbare Errettung von dro.hendster Noth ein. Die vor Wien versammelten Streitkräfte derRebellen sahen sich durch schlechte Vorsorge und frühen Winterabermals zur Aufhebung der Belagerung genöthigt. kFiir denKaiser begann nun auch Herzog Max durch Wiederbelebung derLiga zu wirken*). Dieselbe beschloß auf einem Tage zu Würz.

*) Auf der Rückreise von Frankfurt schloß der Kaiser in München mitseinem Schwager den denkwürdigen Vertrag, von welchem an die Wen»düng der Dinge in Deutschland dalirt werden kann. „In diesem Ver-trag machn sich Maximilian zu Uebernahme des katholischen Vertheidi-gungswesens anheischig, „ungeachtet er hiedurch seine Person, sein Hausund seine Unterthanen in Ungelegenheit blosstelle". Die andern katho-lischen Fürsten sollten ihm hiezu an die Hand gehe», wogegen derHerzog sein Möglichstes thun werde Dabei habe weder der Kaiser nochsonst ein Glied des Erzhaufes in sein Kriegsdirectorimn einzugreifen.Ferdinand möge ohne Zuziehung des Herzogs, auch gegen Ersetzung derKriegskosten und Vergütung erlittenen Schadens, in keinen Vertrag oderFrieden sich einlassen. Da Hiebei des Herzogs Aufwand größer seinwerde, als derjenige, wozu er als katholischer Fürst verpflichtet wäre,habe der Kaiser, unter Verpfändung seiner sämmtlichen Güter, Wieder-erstattung alles Schadens und aller Unkosten, für Gebietsverlust Ent-schädigung in Oesterreich zuzusagen. Dort Erbeutetes soll ihm als Pfandfür Einbußen dienen. Der kaiserliche Oberbefehlshaber habe mit demHerzog jn Verbindung zu treten. — Neben diesem zwar geheimen, aberdoch schriftlich verfaßten Vertrag, ließ sich Ferdinand noch zu mündli-chen Zusagen bewegen, deren nachmalige Verwirklichung dem günstigenLauf seiner Angelegenheiten die erste mißbeliebige Wendung gab, auswelcher eine ununterbrochene Reihenfolge von Verwicklungen hervorging.Da vorauszusehen war, daß der Kurfürst von der Pfalz von dem Be-gonnenen nicht zurückweichen, hiedurch die Reichsereculion auf sich ziehenwerde, verhieß Ferdinand für diesen Fall dem Herzog die Knrwürde,Alles, was er im Reich einnehmen sollte, als Unterpfand bis zum Er-satz der Unkosten. Maximilian von Bayern war der einzige Fürst dieserZeit, welchem Geldverlegenheit eine unbekannte Sache war, welcher haus-zuhalten verstand gleich einem besonnenen Familienhaupt... Mit demabgeschlossenen Vertrag trat Maximilian aus der beobachtenden in eineeingreifende Stellung über. Wohl nahm er des hartbedrängten Schwa-gers und Freundes sich an, aber nicht in jener Opferwilligkeit, welch«mit der ansonst festen Ueberzeugung hätte sollen verknüpft sein, nichtmit jener Großartigkeit, zu deren Kundgebung die Umstände eine so