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Vertheidigung getroffen und so kam die Landschaft/ die sichvergeblich nach böhmischer und ungarischer Hülfe umsah, rasch indie Gewalt des Herzogs. Nun erboten sich die Stände unter derihnen früher angeborenen Bestätigung ihrer Rechte und Freiheitenzur Huldigung, aber sie mußten dieselbe nun unbedingt leistenund die Conföderation mit Böhmen aufgeben. Gemäß dem Ver.trage mir dem Kaiser blieb einstweilen Obcrösterreich pfandschaft-weise in des Herzogs Händen, der nun nach Böhmen vordrang,indem er sich mit dem kaiserlichen Heere vereinigte, währendgleichzeitig Spinola die Pfalz erreichte, Kursachsen die Lausitzbesetzte. Eine letzte Mahnung an Friedrich, es nicht zum Aeußer.
ms Antlitzes ward durch den Wohlwollenden Ausdruck seiner Augen ge-mildert. Protestantische Räthe fremder Fürsten, welche mit ihm zu ver-handeln hatten, rühmen öfters seine Sanftmnth und Bescheidenheit.Unerbittlich gegen Andere, wie gegen sich selbst und die strengste Manus-zucht haltend, blieb er dennoch der Abgott seiner Soldaten. Höchst ein-fach in Nahrung und Kleidung, verachtete er den Reichthum. Als manihm das Fürstenthnm Kalenberg übertragen wollte, schlug er es aus.und als ihn der Kaiser in den Reichsfürstenstand erhob, brachte er denkaiserlichen Sekretär durch eine große Summe dahin, das Diplom nichtauszufertigen. In dieser Hinsicht weit verschiede» von seinem Neben-buhler Wollenstem, zeichnete dieser große Meister in der Kunst, Heerezu bilden und zu führen, zugleich durch Frömmigkeit und sittliche Strengesich aus. Was die Geschäfte des Tages dem Gebete entzogen, wurdein der Nacht ersetzt. Nie hat er ein Weib berührt, nie berauschendesGetränk genossen. Alle Feldherrntugenden hat Tilly durch keine Leiden-schaften verdunkelt, gerade weshalb vielleicht, wie A. Hei sing — Mag-deburg nicht durch Tilly zerstört — treffend bemerkt, er noch keinenBiographen gefunden, denn seinem Leben fehle die Romantik der Leiden-schaften und der Mangel an Schwäche» gebe ihm etwas Dürres. „DieWelt liebt chevalereske, romantische Charaktere — bemerkt Heisingweiter — Beides war Tilly nicht. Bei nüchternem, prunklosem, flecken-losem, strengchristlichem Leben war er der furchtbarste Gegner der Feindedes Kaisers und der Liga. Das konnte man nicht verzeihen und mitdoppelter Befriedigung malte man den in gewisser Beziehung mönchischenFeldherrn als einen so entsetzlichen Bluthund bei Magdeburg. Christianv. Braunschweig, Wollenstem, Gustav Adolf, Pappenheim, Bernhardvon Weimar re., alle Sklaven so großer Leidenschaften, die Quelle sogroßen Unheils für Deutschland, sind eben dieser romantischen Leiden-schaften wegen die Lieblinge der Nachwelt geworden und hatten sie dochnicht einmal vor dem alten Helden den gewaltsame» Tod des Kriegersvoraus." D. B.