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Zehnter Band.
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der Monarchen überhaupt angesehen zu haben scheint, schicktenämlich eine ansehnliche Gesandtschaft, welche auf dem BundeS.tag zu Ulm (Mai 1620) dem Herzog Max zu einem förmlichenFrieden zwischen der Liga und der Union (3. Juli) verhalf, dersich aber weder auf Böhmen und die Niederländer, noch auf denErzherzog Albrecht — um Spinola freie Hand zu lassen,erstreckte. Damit war der innere Krieg in Deutschland für jetztnoch abgewendet. Wie ein bleiernes Gewicht drückte die böseSache dcS PfälzerS auf das Gewissen seiner bisherigen BundeS.genossen und, obgleich die Feindseligkeiten zwischen den Ligisti.schen und den Unirtcn eigentlich bereits begonnen hatten, bliebjener doch mit der böhmischen Conföderation vereinzelt. Vonallen Rcichsfürsten schloß sich ihm nur Herzog Johann Ernstvon Weimar mit zwei Brudern an und erhielt dafür die Land.schatten, welche Kursachsen bis dahin von Böhmen zu Lehentrug, zugesprochen.

Nichts hinderte nunmehr den Herzog von Bayern, den Feld.-zug zu beginnen. Schon am 10. Juli bricht er selbst mit seinemHeere, zunächst gegen Obcröstcrreich auf. An der Spitze seinerTruppen stand ein Feldherr, dessen bald hochberühmter Namejetzt zum Erstenmale bei einer größer» Unternehmung erscheint:Till»*). Die Oberöstcrreicher hatten keine Vorbereitung zur

,') Johann Tserkläs von Till!), geb, 1559, Sohn des Erbmarschalls derGrafschaft Namnr, aus einem ursprünglich flandrischen Geschlechte, dasgroße Besitzungen in den wallonischen Provinzen hatte. Im 14. Lebens-alter, eben als Alba die Niederlande verließ (1573), trat er in spanisch«Dienste. Die Kriegskunst erlernte er unter dem großen Feldherrn Ale-rander Farnese, Herzog von Parma. Sodann diente er als Rittmeisterin einem Reiterregimente, das Graf Adolf v. Schwarzenberg den Gnisengegen Heinrich v. Navarra zuführte und blieb lange in LothringischenDiensten. Später suchte Heinrich IV den tapfern Offizier an sich zuziehen. Er schlug es ab und führte eine erlesene Reiterschaar unterdem kaiserlichen Oberbefehlshaber Herzog v. Mercanes nach Ungarn;etwas später befehligte er ein im Lüttich'schen geworbenes RegimentFußvolk. Hier zeichnete sich Till!) so sehr aus, daß ihm Rudolf II dasFeldmarschallamt übertrug. Als es ihm aber nicht gelang, die für denkaiserlichen Dienst aufgewendeten Summen zurückzuerhalten, nahm erden Antrag des Herzog Mar von Bayer» an, trat 1609 als General-lieutenant in dessen Dienste und ward bald von demselben an die Spitz«seines Kriegswesens gestellt. Tilly war klein und unansehnlich vonGestalt, allein äußerst tapfer und abgehärtet. Die eherne Strenge sei-