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Bittenden an den Kaiser/ dem alsbald die Bürger der drei StädtePrags/ dann die anwesenden Glieder des Herrn, und Ritterstandeshuldigten. Bezeichnend ist/ daß schon am ersten Tag nach derEinnahme Prags/ noch früher als die Katholiken/ die Lutheranerein feierliches Dankfest in ihren Kirchen veranstalteten. Die MassedeS böhmischen Volks hatte von Anfang an wenig Theil an einerUmwälzung genommen/ die allein zu Gunsten deS AdelS, ja inächt polnischer Weise auf Unterdrückung deS Bürgerstandes/ aufvöllige Sklaverei der Bauern berechnet war. Nachdem das Kö.nigreich/ mit Ausnahme der wenigen von Mansfeld noch eineZeit lang besetzten Städte/ dem Beispiele der Hauptstadt folgend/dem Kaiser gehuldigt hatte/ übergab Maximilian die weitereVerwaltung der böhmischen Angelegenheiten dem Fürsten Karlv. Lichtenstcin/ als kaiserlichem Statthalter/ ließ unterTilly.einen Theil des HeereS in Prag zurück und zog (17. November)mit den übrigen Truppen nach Bayern zurück. Während dessenwar auch Friedrichs Stammland / die Rheinpsalz, von Spi.nola's Heer besetzt worden/ während Schlesien sich unterwarfund daher im Genusse der durch den MajestätSbrief zugesichertenReligionsfreiheit blieb. ES vermittelte dies der Kurfürst vonSachsen / der/ wie schon bemerkt/ die Lausitzen*) besetzte. NurMarkgraf Johann Georg von Brandenburg.Jägerndorfsetzte noch eine Zeit lang/ natürlich zwecklos/ den Krieg fort.
Friedrich aber/ der seiner Gemahlin folgend sich an denBrandenburgischen Hof gewandt/ hatte dort schlechte Aufnahmegefunden/ und nach manchen Kreuz, und Querzügcn — währendderen aber die nachher für Deutschland so unheilvollen Verbi«,düngen mit dem Halberstädter Administrator Christian vonBraun schweig und dem Könige Christian von Dänemarkangeknüpft wurden — gelangte endlich das unglückliche Fürsten,paar wieder einigermaßen zur Ruhe bei Wilhelm v. Oranien.Dieser und die Generalstaaten/ wie sie die eigentliche Ursache vondeS nun svottweise so genannten „Winterkönigs" Verderben waren/hielten ihn jetzt von einer Aussöhnung mit dem Kaiser ab. So mußte
") Wo aus seine Verwendung der Kaiser die Religionsfreiheit gleichfallsbestätigte, aus ausdrückliches Anrathen von Ferdinands Beichtvater, P.Lamormain. K. Sl. Müller. Forschungen aus dem Gebiet derneuern Geschichte. Dresden, 1838.
D. V.