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Zehnter Band.
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Maximilian von Bayern, Kurfürst.

Nach dem Münchner Vertrag mußte dem Herzog v. Bayerndas von ihm unterworfene Obcrösterreich als Pfand überlassenwerden, allein begreiflich fiel cS dem Kaiser schwer, eine solchePerle aus seiner Krone auSgcbrochcn zu sehen. Um nun denHerzog zu bewegen, seinen Ansprüchen auf jenes Land zu ent-sagen, war ihm die Exekution gegen die Oberpfalz übertragen.Max war aber nicht so leicht geneigt, das Ungewisse gegen daSGewisse daran zu geben, und um seine Sprödigkeit zu besiegen,mußte der Kaiser sich dazu verstehen, auszuführen, waS er bis.her dem Herzog in Perspektive gezeigt und was das Ziel seinesEhrgeizes: er mußte ihm die pfälzische Kur übertragen, welcheUebertragung die Quelle der mißlichsten Verwicklungen für F e r.dinand werden sollte. Derselbe war sich dessen wohl bewußt,darum zögerte er so lange als möglich, dem Schwager die ent-scheidende Zusage zu geben. Diese Nothwendigkeit trat aber ein,als Manöfeld, nachdem er sich in Böhmen nicht mehr haltenkonnte, auf Befehl des verunglückten WinrerkönigS sich anschickte,die Oberpsalz zu behaupten und zwar mit niederländischen undenglischen Subsidien, in Verbindung mit den Weimarer Herzo.gen und verstärkt durch viele Truppen des aufgelösten HeereS derUnion. Dieselbe hatte nämlich ohnehin durch den Ulmervertraggelähmt, ein klägliches Ende genommen, nachdem daS Unterneh.men Friedrichs, ihres Hauptes seil eilf Jahren, mißglückt war,und (Anfangs Mai 1621) zu Heilbronn beschlossen, auseinanderzu gehen, trotz aller Träume eines maßlosen Ehrgeizes, der aufnichts Geringeres als völlige Umgestaltung deS Reichs und all-gemeine Beraubung der Kirche gerichtet gewesen. Zunächst ließnun Herzog Max es geschehen, was er hätte hindern können,daß Mansfeld eine so drohende Stellung einnahm. Damitnöthigte er den Kaiser, die bestimmte Zusage der Uebertragungder pfälzischen Kur auf den jüngern Zweig des WittelsbacherHauseS zu ertheilen, und alsbald ward auch der Krieg in derOberpfalz so energisch betrieben, daß der eingeschlossene ManS-felder sich erbot, mit seinem ganzen Heere zum Kaiser übcrzu-treten. Der Vertrag war sogar schon nach Wien zur Bestätigung

aus der Gesellschaft Jesu." Hist. pol. Bl., Bd. 38. wo auch das Gut-achten der beiden Beichtvater, in treuer Uebersetzung aus dem Lateinischen,dem Wesentlichen nach mitgetheilt ist. D. B-

Cantu, Weltgeschichte. X.

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