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abgegangen, alö der Graf in einer stürmischen Herbstnacht ent-wischte und nach der Untcrpfalz sich zog, und zwar hätte er dieskaum vermocht, wenn man absichtlich ihm nicht Gelegenheit zumAbzug gegeben. In seinem eigenen Interesse, wohl auch mitRücksicht auf das im Reiche noch nicht vollständig wiederherge.stellte und befestigte kaiserliche Ansehen mochte Maxim i lian dieBeendigung des KriegS, welche durch Manöfelds Ucbcrtrittwäre herbeigeführt gewesen, noch nicht für zeitgemäß halten.Wenigstens läßt sich eine solche politische Anschauung begreifen,wenn wir Späteren, die wir den unheilvollen Gang, den derKrieg genommen, übersehen, sie auch bitter beklagen. Bemerkenwir hier sofort, daß die feierliche und öffentliche Belehnung deSHerzogs von Bayern erst auf dem RegcnSburger Reichstag (1623,6. März) erfolgte. Ihrem anfänglichen Widersprüche entsagtenBrandenburg und Sachsen später und der Kaiser trat (1628)dem neuen Kurfürsten die Oberpfalz ab zur Entschädigung fürdie Kosten des böhmischen FeldzugS und gegen Zurückgabe deSverpfändeten Oberösterreich, ohne daß von dem bei der Beleh-nung offen gehaltenen, zu Gunsten Friedrichs — für denmerkwürdiger Weise Spanien sich verwendete, in Folge der kur-zen Freundschaft mit England, da Jakob I seinen Sohn Karlmit Philipp LV Schwester, der Jnfamin Maria, zu ver-mahlen wünschte — gestellten Vorbehalte weiterhin die Rede war:daß die Kur nach dem Tode des neuen Kurfürsten den Kinderndes geächteten Pfalzgrafen wieder zufallen sollte, wenn dies aufkünftigen ReichSversammlungen bestimmt würde. Da es eben dieErblichkeit der Kur war, nach welcher Maximilian streben mußte,so war übrigens jene Klausel auch sehr klug darauf berechnet, ihngeneigt zu machen, seine ungeheure Kriegskosten-Berechnung fallenzu lassen und für Oberösterrcich die Oberpfalz anzunehmen.
Oberösterreichischer Bauernkrieg.
Daß der Abschluß der Angelegenheit sich so lange verzögerte,kam durch eine neue Verwicklung in jenem Erblande; denn das-selbe ward (1626) durch einen in Folge der letzten traurigenEreignisse, der eben begonnenen Reformation und mancher Auf-reizungen von außenher plötzlich auSbrechenden großen Bauern,krieg zum Schauplatz der wildesten Verheerung, nachdem ebenalles vorbereitet war, daS schwer gedrückte Land von den kost-spieligen Besatzungen vollends zu befreien und es an den ange-