Band 
Zehnter Band.
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dem Utittniehmen zu Hülfe kommen lind die Einigkeit unter dendrei Führern erholten. Da von England auS angeregte-Unter-handlungen sich abermals zerschlagen hatten, war dieser Krieg dieletzte Hoffnung deö Pfälzerö, dessen im strengen Geheimniß be-triebene Reise über Frankreich nicht ohne Gefahren und Aben-teuer war. Tilly war nicht glücklich bei dem Versuche, dieVereinigung MansfeldS mit dem Markgrafen von Baden zuhindern, nahm eine Stellung bei Wimpfen, um wenigstens zu ver-hindern, daß der Würtremberger sich dem pfälzischen Heere an-schlösse, und nachdem er mit Cordova sich vereinigt, erfocht erhier (1622, 26. April) einen entscheidenden, die Empörung deSsüdwestlichen Deutschland verhindernden Sieg über den Mark.grasen, während der Erzherzog Leopold, Bischof von Straß,bürg, Manüfeld wieder nach dem Elsaß zu locken wußte. Vonda zog.derselbe sich abermals nach dem Darmstädtischen, um sichmit dem heranziehenden Halberstädter zu vereinigen. DerDarm.

böhmischen Händeln zu thun haben wolle." Als im Jahr i6W Wal-lenstein nach Eroberung der Stadt Wolfenbüttel das dortige Archiv un-tersuchen ließ, kam der Betrug an den Tag: es zeigte sich, daß die bei-den Briefe von der fürstlichen Kanzlei geschmiedet worden waren, umauf den Fall, wenn Christian unterläge, das herzogliche Hans vor derRache des Kaisers zu sichern. Man trieb die Verstellung noch weiter:Friedrich Ulrich und sein Stammesvetter, Herzog Christian der AeUerevon Lünebnrg, ließen Ende Oktober znm Schein eine Abtheilung desHalberstädtischen Volks durch niedersächsische Kreistruppen aufgreifen undden Ueberfallenen Gewehre sammt einigen Fahnen abnehmen. Die Sachesollte so aussehen, als hätten die welflscben Fürsten,'voll Pflichtgefühlgegen den Kaiser, sogar Gewalt gebraucht, um die Empörung des Hal-bcrstädters zu verhindern." — Als der Markgraf von Baden-Dnrlachdie Maske abwarf, stellte er eine Urkunde aus, „kraft welcher er Habund Gut, Land und Leute, an seinen ältesten Sohn abtrat und aus dieRegierung verzichtete. Dieser gerichtliche Akt sollte für den Fall, daßdas beschlossene Unternehmen schief ging, das badische Erbe den Nach-kommen Georg Friedrichs erhallen und die Rache des Kaisers hemmen.Wenn aber der Kriegswürfel zu seinen Gunsten fiel, hätte er die Abtre-tungsurkunde widerrufen und die Regierung von Neuem übernommen;das war eine zwischen ihm und seinem Sohn abgekartete Sache."Gfrörer, a. a. O. — Noch scharfsinniger wann die Kunstgriffe, dieder Herzog von Württemberg, welcher seinen Bruder in die Dienste desMarkgrafen von Baden treten ließ, anwendete, um im Falle des Miß-lingen« die Redlichkeit seiner Absichten vor dem Kaiser vertheidigen zukönnen. D. B.