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ein ergiebigerer Boden findet/ ist ihm Till« an den Oberrheingefolgt und vereinigt sich mit Cord ova. Nun erschien auch derHalbcrstädter Christian im Felde, um sich zunächst, nicht ohneConnivenz des Stammeövetters Moriz von Hessen-Kassel,auf das Gebiet des Landgrafen von Hessen-Darmstadt zu werfen.Alö ihm (1621,-Dezember) der ligistische General Anhalt denWeg abschnitt und ihn zum Rückzüge nöthigte, zog er sich in dieStifte Paderborn und Münster, wo er entsetzlich hauSte. A»öder silbernen Bildsäule deS h. LiboriuS, welche er im Paderbor-ner Dom fand, ließ der Freibeuter, der unzweifelhaft im hollän.bischen Solde stand, Thaler mit der Umschrift schlagen: „GottesFreund, der Pfaffen Feind." Im folgenden Frühling trat nunauch Georg Friedrich von Baden-Durlach auf, gleich-falls, wie wenigstens höchst wahrscheinlich, durch holländischesGeld dazu in Stand gesetzt. Der gemeinschaftliche Plan war,diese drei Heere sollten concentrisch gegen Till« anrücken undihre Vereinigung bewirken. Gelang dies, so war jedenfalls Tilly,vielleicht die kaiserliche Sache verloren. Denn hinter den dreien,welche vorantraten, machten damals die meisten protestantischenFürsten, Württemberg, Hessen-Kassel, die uicdcrsächsischen Welsen,selbst die Kur-Brandenburger, geheime Rüstungen, und eS be-durfte nur eines Siegs, so verbündeten sie sich offen zu Gunstendes gestürzten Pfälzers und erklärten dem Kaiser den Krieg.Allerdings trugen sie zugleich vorsichtiger Weise Sorge, sich füretwaige Wcchselfälle zu sichern, und dabei wandten sie Mittelder Heuchelei an, die im Laufe deS ganzen Kricgs von den gegendaS Reichöoberhaupt verschworenen Fürsten biö zum Cckel abge-nützt worden*). Die persönliche Anwesenheit Friedrichs sollte
Es ist klar, daß der Halberstädter ohne geheime Unterstützung seinesfürstlichen Bruders und der nächsten Anverwandten seine ersten Schrittenicht hätte thun können. Um sich nun gegen die Ahndung des Kaiserszn sichern, setzte der Wolfenbüttel'sche Hof zwei gedruckte Briefe in Um-lauf, deren einer die Mutter Christians, deren anderer sein Bruder,Fürst Friedrich Ulrich von Brannschweig-Wolfenbüttel, abgefaßt habe»sollte. „Zu beiden Schreiben wurde der lutherische Bischof von Halber-stadt gar inständig beschworen, von seinem gefährlichen Vorhaben abzu-stehen. In dem Schreiben der Mutter hieß es u. A.: „Christian mochtesich doch dem obersten Haupte der Christenheit nicht widersetzen, da durchGottes Gericht die große Union der Protestanten wunderbarlich zerstörtworden sei, also daß selbst der König von England nichts mehr mit den