Band 
Zehnter Band.
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tete nachSedan, zu dem Hcrzog ».Bouillon*). Tilly hatteseine schwierige Aufgabe glänzend gelöSi, alö großer Feldherr wieals großer Staatsmann. Ferdinand II erhob ihn in denReichSgrafenstand/ die Liga beschenkte ihren Feldherrn mit 20,000Gulden. Er eroberte dann noch Heidelberg und Mannheim undHerzog Maximilian schenkte bei dieser Gelegenheit die be.rühmte Heidelberger Bibliothek dem Papste**). Die Unterband,lungen, auf deren Erfolg Friedrich vertröstet worden, zer.schlugen sich nachher und er ward auf einen zu Regensburg zuhaltenden Fürstentag vertröstet. Daß aber hier das GeschickFriedrichs V besiegelt, das englisch.spanische Projekt zu dessenGunsten verworfen ward***), und Herzog Maximilian die

früher (Juni lüLl) den Kaiser »m Gnade angefleht, die ihm auch in-sofern zu Theil ward, daß sein Land von der Achtsvollfireckung befreitblieb. D. B.

*>) Von dort schrieb er an seine Gemahlin einew Brief, welcher merkwür-dige Aufschlüsse über die Mittel, mit welchen der Pfälzische Krieg geführtwurde, oder vielmehr hätte geführt werden sollen, wie über den Charak-ter des unglücklichen Prinzen gibt. Im Eingänge sagt er: „ich binsehr begierig zn hören, was man im Haag von mir spricht; wahrschein-lich wird man mich tadeln, aber in Wahrheit war die Unentschlossenheitder Generalstaaten und ihre Sänmigkeit (im Zahlen) die Hanptursache,daß Alles so schief ging." Folglich hatte er den Kriegszug, durch dieVersprechungen des Oraniers Moriz verleitet und in Hoffnung auf hol-ländische Geldhülse unternommen. Auch jetzt wie früher nahm sichFriedrich sein Unglück wenig zu Herzen. Er sagt im Briefe weiter:„allhier zn Sedann bewirthet man mich so vortrefflich, als ich es nurwünschen mag. Ich bringe meine Zeit zu mit Vollschlagen und mitBaden. Wenn mich jenes ein wenig erhitzt, so kühl! mich dieses wiederab. Ich befinde mich im klebrigen ganz vortrefflich, und wenn nurmeine Angelegenheiten besser gingen, wäre ich vollkommen glücklich."Welch ein Fürst! Selbst seine eigenen Bedienten scheinen die Behag-lichkeit ihres Herrn unpassend gefunden zu haben. Vergl. Gfrörer,a. a. O. D. B.

*^) Herzog Mar glaubte den Antrag des Papstes, der ihn während desKrieges mit so großen Geldsummen unterstützt hatte, nicht zurückweisenzu dürfen. tS5 Jahre später, in Folge des zweiten Pariser Friedens,gab Rom einen Theil der Beute wieder zurück. D. B.

*«*) Der spanische Widerspruch gegen Ucbertragnng der Kur war ernstlichgemeint wegen des englisch-spanischen Heiraths.ntwnrfs. Um nun Spa-nien zu befriedigen, verfiel der Wiener Hof auf einen Plan, der nach-her wirklich ausgeführt worden: auf die Errichtung einer achten Kur,