Band 
Zehnter Band.
JPEG-Download
 

81

Kur erhielt — wogegen der Kaiser eines seiner Erbländer, dieLausitzen, an den Kurfürsten von Sachsen zu dessen Beschwich-tigung abtreten mußte — ist schon erwähnt.

Der erste Akt deS großen Krieges war geschlossen, aber be-reits stand der kaum geschlagene Feind, von denselben geheimenAnstiftern unterstützt und geleitet, welchen Umtrieben fürder be-gegnen zu können der Kaiser auf dem RegenSburger Tage ver-geblich die Mittel gefordert, wieder in Waffen, und zwar jetztin Norddeutschland. Hier waren nämlich Manöseld undChri.fttan wieder mit neuen Truppen, und zwar letzterer offen fürdeS inzwischen wieder nach dem Haag zurückgekehrten FriedrichsSache, erschienen. Sie pflanzten die Fahne einer neuen großenVerschwörung wider den Kaiser auf, die im Haag ausgehecktworden in Gemeinschaft mit den Ernesttnischen Herzogen. ZumTheile aber scheiterte dieselbe an der Redlichkeit und Festigkeitdeö Kurfürsten Johann Georg von Sachsen, und an deS Her-zogS Georg von Lüneburg Neid auf die Pfründen und denzweideutigen Kricgsruhm deS Wolfenbüttel'schen ScammeSvetterSChristian. Als dieser nun, sich in Ninteln festsetzend, im nie.dersächsischen Kreise stand (1623, Januar), der König von Da-ucmark, als Herzog von Holstein dessen Mitstand und von ent-scheidendem Einflüsse, sich nicht abgeneigt zeigte, ohne zwar mitdem Kaiser und der Liga offen zu brechen, doch der kaiserlichenund katholischen Partei in Deutschland vom Norden her Ver-

so daß Pfalz und Basiern fortan neben einander im Kurkollegittlli sitzensollten. Zugleich war die Rede von Vermählung des ältesten pfälzischenPrinzen mit einer Tochter des Kaisers. Marimilian war mit Errich-tung einer schien Kur einverstanden, nur verlangte er, die siebente, bis-her pfälzische, muffe ihm verbleiben. Das wollten aber Friedrich undsein Schwiegervater nicht, die gänzliche Wiederherstellung forderten. Sozerschlug sich der Plan, und nun versuchte Marimilian auf eigene Hand«in Abkommen zu treffen, wobei ihn der Papst, der wesentlich dazu bei-getragen, ihm die Kur zu Verschaffen, unterstützte. Auch diese Unter-handlungen führten nicht zum Ziele, und inzwischen änderte sich diespanische Politik, indem das' schon öffentlich erklärte Heirathsbündniß mitEngland sich zerschlug und einem Kriege zwischen beiden Kronen Platzmachte. Diese Wendung der Angelegenheit ist zu beklagen, denn wäreder Pfalzgras dem drohenden Verderben entrissen worden, so würdendie deutschen Angelegenheiten wahrscheinlich sich rasch dem Frieden zuge-wendet haben. D- V-

La „ tu, Weltgeschichte, x.

6