Band 
Zehnter Band.
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die Elbe in das Lauenburgische, und er ging noch weiter zurück/als auch die Herzoge von Meklenburg, jedoch mehr gezwungenals freiwillig, sich von ihm lossagten; die vielen in Nicdcrsachsenzurückgebliebenen dänischen Besitzungen vermochten sich jedoch zumTheil gegen Tilly zu behaupten. Christian IV machte großeAnstrengungen/ aber er ward von seinen auswärtigen Verbiiu.beten schlecht unterstützt/ während die bisher mit ihm verbünde'nen Reichssürsten nach einander versuchten, sich dem Kaiser wie-der zu nähern. Am trcuesten hielt der Markgraf von Badenzu ihm, der in der Mark Brandenburg, und der alte Thurn,die Brandfackel deS 30jährigen Krieges, welcher in Schlesien sichfestgesetzt hatte. Gegen jenen operirtc das ligistische Heer sehrglücklich, gegen diesen zog Wallcnstein heran, der nach Been.digung des ungarischen Fcldzugö nach Wien gcreiöt war, umsich wegen mancher gegen ihn erhobenen Vorwürfe*) zu veranl-Worten, was ihm auch gelang. Seine Rüstungen in Böhmen er-reichten dann einen solchen Umfang, und seine Werbungen wur-den so rücksichtslos in allen deutschen Kreisen betrieben, daß dieGlieder der Liga eö endlich, nachdem alle Vorstellungen bei demKaiser und alle Ermahnungen desselben an Wallcnstein nichtsfruchteten, während dieser mit seinem Kriegsvolk eigentlich garnichts von Bedeutung unternahm, für nothwendig hielten, zuWürzburg (1627, 22. Februar) darüber zu berathen, wie derDruck der friedländischcn Werbungen abzuwehren sei. ES wäreungerecht, einen Feldherrn, zumal in jener Zeit, für die vielenBedrückungen seiner Untergebenen verantwortlich machen zu wol-len. Aber es ergibt sich doch deutlich, daß Wallenstein nurallzu oft oder doch sehr lange den Erpressungen, welche sich sein«

') „Es ist unglaublich — berichtet der kurbayerische Geschäftsträger Lenkeraus Wien nach München — was für Klagen und Lamentationen täglichwider den Herzog von Friedland einlaufen und wie hoch die LänderBöhmen, Mähren, Schlesien und Oesterreich beschwert werden. Ich habrSchreiben gelesen, über denen einem die Haare zu Berge stehen möchten.Man hat zwar hier eine Ordnung zu Papier gebracht, was die Unter-thanen den Soldaten zu entrichten haben; aber die Ordnung wird nichtbeobachtet, sondern der Herzog hat sich ausdrücklich geäußert: er hab»dieselbe zwar bei allen Oberste» publiciren lassen, wisse jedoch nicht, obsie gehalten werde, und ob es bei der kaiserlichen Ordnung werde ver-bleiben können." Areiin. Wallenstein.

D. B.