Band 
Zehnter Band.
JPEG-Download
 

100

Spanien gebracht werden sollte»/ und ebenso AlleS/ was auSSpanien komme, nur in diese Städte geführt und auö denselbenin die erwähnten Königreiche und Länder geschickt werden dürfe.„Weil Gott der Allmächtige es also zu seinem Lobe geschickt/ daßder Kaiser mir dem Könige von.Spanien wegen der nahen Ver.wandlschaft in einem Vernehmen begriffen sei, durch welches allenUngelcgenheiten leicht abgeholfen werden könne, so habe Se.Maj. diese Gelegenheit nicht auö den Händen lassen/ sondern die-selbe, ihren getreuen ReichSuncerchanen zum Besten, in alle Wegeergreifen wollen"*).

Obgleich Walle nftein im Hinblick auf einen Kampf mitden nordischen Mächten um die Herrschaft der deutschen Meere,wobei Schweden seine Schiffe zur Bezwingung Dänemarks her-leihen und dann mit Hülfe einer neugeschaffenen deutschen Flotteselbst überwältigt werden sollte, sich zum General des Oceanischenund Baltischen MeereS hatte ernennen lassen, scheiterten jeneUnterhandlungen mir den Hansestädten zunächst an dem Wider,willen des FriedländerS, einen andern Diener deö Kaisers miteiner Angelegenheit beauftragt zu sehen, die er als die seine be.trachtete. Weil er mit der spanischen Partei am kaiserlichenHofe nicht stimmte, ließ er das Projekt einer deutschen HandelS.Verbindung mit Spanien bei den Unterhandlungen in Lübeck sogänzlich fallen, daß er jener Partei Anlaß zu der Anschuldigunggab, er habe dasselbe dem dänischen Könige für die PreiSgebungder Herzoge von Meklenburg aufgeopfert, und überhaupt nurdeshalb diesem besiegten Gegner bet dem demnachstigen Friedens,schlusse so günstige Bedingungen gestellt, um durch den Friedenrecht bald zum ungestörten Besitze des ihm verliehenen Reichü.landes zu gelangen. Freilich zeigte sich auch jetzt deutlich, wieder hohe kühne Sinn der Hansa, einst weitschauender Entwürfefähig und zu jedem Wagniß bereit, im kleinlichen Krämergeiftegänzlich untergegangen war. Abgeordnete der Tagfahrr lehntendie Anträge deö kaiserlichen Botschafters ab unter dem Vorgeben,sie seien für solche Verhandlungen nicht instruirt und müßten sichzuvor bei den Kaufmannschaften befragen. Dann sollte noch imVerlauf deö Jahres auf einem andern Hansatage die Sache zumBericht gelangen. Im Gedränge der Ereignisse wurde die An.gelegenheit nicht weiter berührt. Indessen bleibt darum nicht

Khevenhiller, Bd. XI, S. 134 ff.