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Zehnter Band.
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minder der Versuch deS Kaisers/ das Handelsinteresse der Nationfür sich zu gewinne»/ und die Hanseaten mit Spanien verbündetden nordischen Seemächten gegenüberzustellen, ein großartiger/des deutschen Kaisers würdiger.

Allein während Ferdinand durch die Aussicht auf HandelS-vortheile das Nationalgcfühl in der Brust der Hanseaten zu er.wecken bemüht war/ verwickelten sich seine Feldherren mit einerderselben, Stralsund, in einen Zwist von den verhängnißschwer.sten Folgen. In der Erwägung nämlich, daß bei den Seezügen,welche die Dänen jetzt um so erfolgreicher unternahmen, als manihnen nicht in gleicher Weise begegnen konnte, sehr viel daraufankam, daß diese Feinde sich nicht irgend eines festen Platzes ander deutschen Küste bemächtigten, der ihnen einen passenden Aus.fallSpunkt gewähre, verlangte Wallenstein von dem durch seinenatürlich feste Lage wichtigen Stralsund, daß es eine kaiserlicheBesatzung einnehme. Allein die durch ihre Privilegien fast freieStadt weigerte sich dessen. Wallenstein drohte mit Gewalt,maßregeln, und die Stadt wandte sich um Schutz an den Kaiser,der auch seinem Feldherrn befahl, den Streit gütlich beizulegen;aber da Stralsund einen mit dem vor der Stadt liegenden Ge.neral Arnim geschlossenen Vergleich nicht hielt, sich mit demKönige von Schweden einließ und zugleich dänische Hülfsvölkeraufnahm, war Grund und Vorwand gegeben, von jenem kaiser-lichen Befehl abzusehen und Stralsund ernstlich zu belagern(1628, Mai). Die Belagerung mußte jedoch nach drei Monaten,weil erfolglos aufgegeben werden, nachdem die Stralsundcr einenzweiten mit Wallenstein geschlossenen Vergleich abermals ge.brachen hatten. ES war dies die erste Demüthigung des kaiser.lichen FeldhauptmannS und bedenklich für die kaiserliche Sache;aber weit schlimmer war, daß der Vorgang dem Könige GustavAdolf von Schweden den längst gesuchten und auch geschicktvorbereiteten Anlaß zur Einmischung in die deutschen Angelegen.Heiken darbieten konnte. Die Rolle, welche Schweden in derSache von Stralsund gespielt, legte Wallenstein den Wunschnahe, mit Dänemark zum Frieden zu kommen, um für alle Fällefreie Hand gegen Schweden zu gewinnen. Wohl mochte zu die.sem Wunsche auch die Erwägung beitragen, sich rm Besitze deSHerzogthumö Meklenburg, der bei Fortdauer jenes KriegeS im.mer unsicher blieb, zu befestigen. Nicht minder war auch T i llchgegen die Fortsetzung des Kriegs und ebenso verlangten die gro.