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Zehnter Band.
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tionSedikt ward zwar nicht förmlich aufgehoben, dessen Vollstre-ckung aber vertagt, bis darüber auf dem nächsten, nach Frank-furt ausgeschriebenen Reichstag beschlossen sein würde. Dagegenkam der Krieg mit Frankreich zur Erledigung, indem der Kaiserden Herzog v. Revers mit Manlua belehnte. Zugleich aberentließ der Kaiser von seinem Heere sofort nicht weniger alS60,000 Mann, welche, wie vorauszusehen, alsbald arößtcntheilSbei dem neu aufgetretenen Reichsfeinde Dienst nahmen.

Gustav Adolfs Einfall in Deutschland.

DieS war der in der Blüthe des männlichen Alters stehendeKönig Gustav Adolf von Schweden, welcher, mit 17 Jahrenauf den Thron gelangt (1611) und drei Kriege als Erbe über.nehmend, sie alle mir Ruhm zu Ende geführt hatte. Nachdem erauch mit Polen zu Altmarkt unter französischer Vermittlung einenüberaus günstigen Waffenstillstand auf sechs Jahre geschlossen(1629, 16. September), begann er sofort die Ausführung seinergegen Deutschland gerichteten, ursprünglich wohl durch Fried-rich V von der Pfalz in ihm angeregten, großen Pläne, undkaum hatten die Verhandlungen in Regensburg begonnen, alSer (1630, 4. Juli) in Pommern die Küste des Reichs betrat.Der Vorgang mit Mcklenburg, das Verfahren gegen Stralsund,sodann die Polen geleistete Hülse und Wallenstetns Titel alSGeneral des baltischen Meeres waren die Gründe, mit denen erdiesen Einbruch auf deö Reiches Boden durch ein Manifest recht-fertigte. Und während die Verhandlungen in RegcnSburg durchvier Monate — bis Mitte November — in unfruchtbaren Er-Lrterungen sich hinzogen, war die kaiserliche Streitmacht in jenenGegenden, durch Mangel, Seuchen und Fahnenflucht aufs Aeußerstrgeschwächt, genöthigt, vor dem so kühnen wie geschickten Feindeund der feindseligen Gesinnung der Landeöbewohner mehr undmehr zurückzuweichen.

Gustav Adolf, dessen Neigung, „überall zu practiciren",Wallen stein wohl erkannt hatte, nahm, nachdem ihm der ersteVersuch der Einmischung in die deutschen Angelegenheiten durchdas Vordrängen des dänischen KönigS mißlungen war, späterhin— aber nicht vor Beginn des KrirgS — die Bedrückung des Pro-testantismus durch das Restitutionsedikt zum Vorwaude, um dieunselige Spaltung in Deutschland zu seinem politischen Vortheileauszubeuten. Daß ihm, dem Könige eines Landes, wo schon