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Zehnter Band.
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damals wie jetzt der engherzigste Gewissenszwang herrschte, dieForm des religiösen Glaubens etwas sehr Gleichgültiges war,zeigte er zu wiederholten Malen; zudem hatte er vertragsmäßigan Frankreich, in dessen Sold er den Krieg begann, versprochen,die katholische Religion nicht zu kränken. Hinter der Maskeevangelischer Einfachheit und Frömmigkeit hatte er eS auf eineTheilung Deutschlands, nach dessen Kaiserkrone er strebte, zwi-schen Frankreich und Schweden abgesehen, und diesen Plan ver.folgte er mit um so größerem Glücke, als er an Einsicht undFeldherrngröße allen Zeitgenossen, zumal den deutschen, überlegenwar und auch durch seine Persönlichkeit eine, wie es scheint, fastzauberische Wirkung auszuüben wußte. „Ueberall, sagt ein katho.lischcr Schriftsteller*), zeigte Gustav Klugheit, in jedem Ge.spräch Gedankenrcichthum, bei allen Verhandlungen Leutseligkeit,bei Unternehmungen Kühnheit, in Geschäften Beständigkeit, inschwierigen Fällen Weisheit, in Gefechten Muth, in GefahrenUnerschrockenheit, bei vorkommenden Gelegenheiten Wachsamkeit,überhaupt war er ein Fürst, der von Allem wußte, und sich aufAlles verstand. ES hat nie einen Feldherrn gegeben, dem mitmehr Neigung und Bewunderung gedient worden ist. Jedermannstellte er zufrieden mit Lobsprüchen, 'mit Hoffnungen, mit freund,lichen Worten. Tapfere Thaten und geleistete Dienste bliebenUnauslöschlich in seinem Gedächtnisse. Im Umgänge war er auf.geweckt und scherzhaft, ohne Prunk, ließ zu jedem sich herab, kamoft den Leuten zuvor und fragte, wie eS gehe, was sie machten,was sie wünschten. Zu seinem Zimmer und Tische wurden dieOffiziere ohne Rücksicht auf ihre Herkunft zugelassen. Er pflegtezu sagen, die Tafel ersetze die Tortur in Ansehung der Geheim.Nisse und diene zum Netz für Freundschaft und Wohlwollen.Ceremonicll und Schmeicheleien verachtete er über die Maßen,und wenn einer, der seine DenkungSart nicht kannte, ihn damitaufhalten wollte, sagte er ihm scherzend: Er möge diese Zierlich,feiten für die Damen der Königin aufheben"**).

*) 6ual<lo riorn to! in stori» elells Liuerrs <W bereliimniio ll.III, iibr. V. — Auch andere katholische Schriftsteller.Khe ve»hill e r,Riccius, Burgus. sprechen vom König mit Theilnahme und kamnverhaltener Begeisterung.

") „Gewiß hatte der König eine hinreißende, liebenswürdige Persönlichkeit,wodurch er die Liebe der Umgebung gewinnen mußte!; dadurch aber