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verbreiteten. An das Löschen des Feuers dachte natürlich Nie.wand. Doch nur zwei Straßen sind genommen. Wie aber nundie Kaiserlichen von allen Seiten eindringen und über die bisherunberührten Theile der Stadt sich verbreiten, beginnt das Straßen,gefecht mit allen seinen Schrecken. Während die Reichen meistin den Verstecken sich bergen und ihre vergrabenen Schätze hüten,setzt die schwedisch gesinnte Volkspartei, Die weniger zu verlierenhat, den Kampf fort. Ueberall wird in kleinen Abtheilungengefochten. Wo irgend eine Ringmauer Schutz gewährt, wo eineKette vorgezogen ist, schlägt man sich am heftigsten. Die vielenengen Gassen erleichtern die Vertheidigung. Weiber und Kinderschleudern aus den Fenstern und von den Dächern Ziegel undbereit gehaltene Steine, oder schütten siedendes Wasser auf dieSoldaten, welche in ihre Gassen einbrechen. Hinter den Fensternlauern auch die Bürger mit ihren langen Standröhrcn undfeuern auf die Vorübereilenden mit geübter Hand. Hier werdenviele Soldaten getödtet und noch weit mehr verwundet. Blosunter den Pappenheimern zählte man über 700 Mann, welchedurch Steinwürfe schwere Quetschwunden erhalten hatten. VomFechten ermattet, von Hunger, Durst und der zunehmenden Ta-gesgluth gepeinigt, sehen die Soldaten mit der größten Erbitte,rung sich durch diesen neuen Widerstand gehemmt oder zurück,geschlagen. Wüthend erbrechen die Wallonen jene Häuser, ausdenen sie beschädigt worden sind, stoßen nieder, was ihnen in denWeg kommt, verfolgen die Bewohner biö in ihre letzten Der.stecke und erwürgen ohne Schonung bewaffnete Männer undFrauen, wehrlose Greise und Kinder. Der Ruf um Erbarmenwird von ihnen nicht vernommen, denn viele von ihnen verstehendie deutsche Sprache nicht. Am schlimmsten aber sind die Kroa.ten, die mit roher Wildheit die Raubsuchl verbinden und in un.glaublicher Gier zusammenraffen, was nur irgend von Werthscheint, und deS gemünzten Goldes und Silbers, lrnflicher Becherund anderen köstlichen Geräthes gab eS ja eine Fülle. Garmancher wird um einer Beute willen von den eigenen Kameradenerschlagen. Auch Evangelische, die im zügellosen Wallenstein'schenHeere gedient hatten, betheiligtcn sich eifrig am Plündern. Hiergeschehen nun unmenschliche, entsetzliche Thaten, zumal als nundie Verfolgung des weiblichen Geschlechts hinzutritt, und wederdas zarteste Alter, noch die edle Jungfrau, noch die Gattin oderdie kranke Kindbetten» Schonung findet, so daß die eigentlichen