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Zehnter Band.
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Lilly/ da nun auch ein Sturm sich erhebt, welcher die Flam-men über die ganze Stadt jagt/ seine Ahnung erfüllt, daß ihmdie Folgen der Erstürmung Magdeburg zerstören würden, dessen

Furi an- und nachgesetzt, daß die Belagerten angefangen zu weichen,vnnd der Falkenberger nunmehr Angenscheinlich wahrgenommen, daßdieselbige vberhand nemmen, vnd die Statt in ihrer Gewalt bekommenwerden, hat Er vnd andere vornembste in der Statt mit einem vner-hörten vnd barbarischen Ercmpel, — die arme verzweiffelte Burgerschafftdahin beredt vnd bewegt, ja selbsten Handt angelegt, daß nicht alleman vnderschidlichen vornemmen Äthen in der Statt Pulver vergrabenvnd angezündt, die vornembste Gebäw zersprengt, sonder auch die Statthin vnd wider mit Fewer an vnd in einen vnlöschlichen jämmerlichenBrandt — gesteckt worden." — Selbst die fanatische Far Magdebnrgica(„klnolrarü Lleutkorii kux Maxbobur-pioa, das ist die MagdeburgischeWeltfackel rc.", 1632), welche die Entstehung des Brandes geradezuden Kaiserlichen Schuld gibt, erlaubt es sich nicht, Tilly als Urheber zunennen, sondern sagt: „und wie man sagen will, soll es dem HerrnGeneral Tilly selbst nicht gefallen haben, daß man eine so uhralte weit-berühmte Stadt, und an welchem Paß der Römisch Kayserlichen Majestätja dem gantzen Reich viel gelegen, so gantz in die Asche gelsget." Nunist aber kaum eine historische Thatsache dogmatisch so verunstaltet wor-den, als die Zerstörung Magdeburgs und vollends ist die ZerstörungMagdeburgs durch Tilly ein historisches Dogma geworden. Wie konnt«aber eine solche vorgefaßte Meinung entstehen? Gustav Adolf erließ zwarein Manifest, um steh zu rechtfertigen, daß er dem Verderben Magde-burgs nicht zuvorgekommen, aber dasselbe machte keinen großen Eindruckanf die aufgeregten Gemüther; da kamen ihm die protestantischen Pre-diger, die so viel für seinen Ruhm gethan, zu Hülse. Auf allen Kan-zeln war jetzt das feuersprühende Thema: Magdeburgs Zerstörung.Mit je weniger Maß und Ueberlegung diese Prediger sprachen, destomehr Eindruck machten sie. Als erst Tilly geschlagen und todt war,hieß es bald: dieser war es, sagten sie, der das glanbensfrendige Magde-burg verbrannte und die Märtyrer in ihm hinschlachtete. Gustav Adolfselbst, durch seine hingestrenten Reden, wie er seine Milde scheinen ließ,daß er nicht Würzbnrg oder München oder eine andere gut katholischeStadt als Sühnopfer für die verwüstete Glaubensstadt gleichfalls zer-störe, trug wohl nicht wenig bei, um der öffentlichen Meinung eine verkehrteRichtung zu geben. Genug, der Zweck war erreicht. Man vergaß daswenigstens sehr zweideutige Benehmen des Königs gegen Magdeburg. Manvergaß die Berichte protestantischer Augenzeugen, die, wenn gleich par-teiisch, doch gegen Tilly ehrlich sich benahmen, ganz unv gar. Und wieeinmal das Tillyanische Dogma entstanden war, so ging es dann auchin die trivialen Geschichkerzählungen und Scharteken über. D>e Einen