Band 
Zehnter Band.
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Besitzers zurückgab, sondern alles alö unbestreitbares Eigenthumbetrachtete; sie, die immer gleisnerisch von des Reichs altem Her-kommen und dessen Freiheiten redeten, für welche sie die Waffenführten, hatten in der That ungetreu sich vom Reiche über dieHoffnung möglicher Wiedergeburt hinaus losgesagt. So gehäs.siges Zugreifen verrieth gleichwohl noch ritterliches Srlbstver.trauen, wenn Einer, wie Bernhard, gestützt auf sein Schwert,recht, sich deS Fremden vermaß, und keinen andern Quell derMachtbefugniß anerkannte; über die Maßen schimpflich dagegenwar die so schnöde Habgier, welche hinter den schwedischen Edelmannsich steckte und als Lohn der nordischen Krone erbettelte, wasdeutsches Blut erworben *). Diese Verschiedenheit deS Gesichts.Punktes und deS Handelns mußten dann zeitig Neid und Miß.gunst erwecken und unfehlbar eine Wendung des Kriegsgeschicköherbeiführen, welche daS Heilbronner Bündniß um so wenigerverhindern konnte, alS Sachsen dafür nicht zu gewinnen war,Brandenburg aber der sächsischen Politik sich anschließen mußte,weil es sich mit Schweden in den Ansprüchen auf Pommern be.gegnete, und sowohl wegen deS Besitzes von Preußen alS vermögeseines Erbrechtes nach dem zu erwartenden AuSsterbcn des Pom.merschen Fürstenhauses an seinem Ansprüche festhielt, ohne dochallein denselben behaupten zu können. Sachsen verhinderte sogardie evangelischen Stände Schlesiens, nach seinen Erfolgen indiesem Lande, dem Heilbronner Bündnisse beizutreten, und wennder Kurfürst auch mit dem schwedischen Feldherrn Banör vonda einen Zug nach Böhmen unternahm, so geschah dies wohlnur, um die Schweden aus Schlesien zu entfernen, denn er hinter-trieb nicht nur in Böhmen jede entscheidende Unternehmung,sondern begann auch zu Pirna Unterhandlungen nur dem Kaiserwegen eines Separatfriedens. Unterdessen nahmen die Kaiser,liehen auch Regenöburg wieder (22. Juli), vereinigten sich hier,von König Ferdinand geführt, mir dem bayerischen Heere unterJohann von Werth, bald darauf unter Herzog Karl vonLothringen, und spanischen Hülfötruppen unter dem Kardinal.Jnfanten Don Fernando, und vernichteten bei Nordlingen dasprotestantische Heer in Süddeurschland unter Herzog Bernhardund General Horn, welcher mit 6000 Kriegern gefangen ward.

) Berthold, a. a. O.

D. B.